Sparplan Deutsche Telekom ringt um Gewinnziel

Das schwache Neukundengeschäft macht der Deutschen Telekom weiter zu schaffen. Um die eigene Prognose dennoch zu erfüllen, will Deutschland-Chef van Damme laut Medienbericht nun doch kräftig sparen.
Der Konzern will die Kosten drücken: Auch die Mitarbeiter in der Bonner Zentrale sollen sparen.

Der Konzern will die Kosten drücken: Auch die Mitarbeiter in der Bonner Zentrale sollen sparen.

Foto: Oliver Berg/ dpa

Frankfurt - Die Deutsche Telekom verschärft nun doch ihren Sparkurs, um ihre Gewinnziele zu erreichen. Grund sei ein unerwartet schwaches Neukundengeschäft, sagte Deutschland-Chef Niek Jan van Damme der "WirtschaftsWoche" laut Vorabbericht vom Samstag.

Noch vor einem Monat hatte die Telekom einen Medienbericht über stärkere Sparanstrengungen dementiert. "Beim Neukundenzuwachs liegen wir unter Plan", sagte van Damme dem Magazin. Das liege an der zunehmenden Marktsättigung. In Bereichen wie dem Breitbandanschluss sei das Plus der neuen Verträge im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedriger. "Da setzt ein Trend ein, den wir erst in zwei, drei Jahren erwartet hatten. Wir kennen also den Grund, werden aber trotzdem an unseren ambitionierten Zielen festhalten."

Um die eigene Prognose dennoch zu erfüllen, stünden kurzfristige Einsparungen auf der Tagesordnung. So seien alle Beschäftigten aufgefordert, die Reisekosten zu senken. "Wenn jeder Mitarbeiter zehn Euro pro Woche einspart, macht das bei 75.000 Mitarbeitern rund 39 Millionen Euro im Jahr", rechnete der Telekom-Manager vor. "Die kommenden Monate werden kein Selbstläufer", betonte der Deutschland-Chef. "Wir spüren einen sehr starken Wettbewerb und müssen sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk um jeden Kunden kämpfen."

In diesem Jahr erwartet die Telekom ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von 19,1 Milliarden Euro. Der Free Cashflow soll bei mindestens 6,5 Milliarden Euro liegen. Der Konzern drückt seine Kosten wegen des harten Wettbewerbs seit Jahren - allein im ersten Halbjahr um gut 900 Millionen Euro.

MH/reuters
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