Sechstes Rekordquartal Notebookgeschäft vergoldet Intel-Bilanz

Das Geschäft mit mobilen Geräten hat Intel verpasst, nur langsam holt der US-Konzern hier auf. Umso erstaunlicher, dass der Chiphersteller trotz des abflauenden PC-Geschäfts zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis eingefahren hat und nun eigene Aktien in Milliardenhöhe kaufen will.
Intel-Logo: Der Chiphersteller übertraf mit seiner Bilanz zum dritten Quartal die Erwartungen der Analysten

Intel-Logo: Der Chiphersteller übertraf mit seiner Bilanz zum dritten Quartal die Erwartungen der Analysten

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Santa Clara - Im dritten Quartal sei der Umsatz um 28 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) gestiegen, teilte Intel mit. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Das Aktienergebnis (EPS) legte von 0,52 auf 0,65 Dollar zu.

Vor allem Chips für Notebooks hätten sich hervorragend verkauft, erklärte Konzernchef Paul Otellini. "Wir haben auch eine anhaltend starke Nachfrage bei den Rechenzentren gesehen, angetrieben vom Wachstum bei den mobilen Geräten und dem Cloud-Computing." Für den zunehmenden Datenverkehr im Internet werden immer mehr Server benötigt - Intel  liefert die Prozessoren für die Hochleistungsrechner.

Mit den Zahlen übertraf Intel die Erwartungen der Analysten. Diese hatten ein EPS von 0,61 Dollar und einen Umsatz von 13,9 Milliarden Dollar erwartet. Nachbörslich stieg der Kurs knapp 5 Prozent. Mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent waren sie zuvor aus dem Handel gegangen.

Zehn Milliarden Dollar für Rückkauf eigener Aktien

Die Börsianer hatten sich auf ein schwächeres Wachstum eingestellt, weil Marktforscher seit Monaten davon berichten, dass sich die Nachfrage nach PC abschwächt und die Kunden stattdessen zu mobilen Geräten wie Smartphones und iPads greifen. Hier ist Intel traditionell weniger gut aufgestellt, holt aber gerade auf.

Vier von fünf PC-Prozessoren stammen von Intel, künftig sollen auch Smartphones und Tabletcomputer von den Chips angetrieben werden. Dafür hatte Intel das Mobilfunkgeschäft des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon  übernommen.

Noch laufen die meisten mobilen Geräte mit der Chiparchitektur des britischen Entwicklers ARM. Dessen Chips brauchen weniger Strom als ihre hungrigen PC-Verwandten. Bei den Computerprozessoren ist Advanced Micro Devices (Advanced Micro Devices (AMD)  der größte Rivale.

Der Umbau geht jedoch ins Geld. Seit einiger Zeit steigen die Kosten bei Intel an, die Marge sinkt. Dennoch steckt Intel weitere zehn Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien, was gewöhnlich den Kurs treibt. Damit hat Intel nun zusammen mit ungenutzten, alten Geldern insgesamt 14,2 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung.

mg/dpa-afx
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