Datenklau bei Oracle SAP erzielt Vergleich mit US-Justiz

Stück für Stück arbeitet SAP den Datenklau-Skandal bei seiner US-Tochter TomorrowNow auf. Mit der Zahlung von 20 Millionen Dollar hat sich nun das strafrechtliche Verfahren erledigt. Fehlt noch das zivilrechtliche Verfahren mit Oracle - hier geht es um ganz andere Summen.
SAP-Zentrale in Walldorf: Im zivilrechtlichen Verfahren mit Oracle droht eine milliardenschwere Schadensersatzzahlung

SAP-Zentrale in Walldorf: Im zivilrechtlichen Verfahren mit Oracle droht eine milliardenschwere Schadensersatzzahlung

Foto: Ronald Wittek/ dpa

Walldorf/Oakland - Die US-Justiz zieht den deutschen Softwarekonzern SAP wegen des Datenklaus beim US-Rivalen Oracle zur Rechenschaft. Die Strafe liegt bei 20 Millionen Dollar (15 Millionen Euro). Auf diese Summe hat sich der Walldorfer Dax-Konzern mit der Bundesanwaltschaft von San Francisco geeinigt, um das strafrechtliche Verfahren zu den Akten legen zu können. Ein Bezirksgericht habe den Vergleich gebilligt, teilte SAP mit. "Wir sind zufrieden, dass wir einen angemessenen Abschluss dieses Verfahrens erreicht haben."

Doch damit ist die Sache noch nicht komplett ausgestanden. Es fehlt noch der Abschluss des weit bedeutsameren zivilrechtlichen Verfahrens, indem der geschädigte Softwarekonzern Oracle  einen milliardenschweren Schadensersatz verlangt. Zuerst schien es so, als ob Oracle mit dieser Forderung auch durchkommt, als eine Jury dem US-Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar zusprach. Eine Richterin empfand den Betrag jedoch als "extrem übertrieben" und stutzte ihn auf 272 Millionen Dollar zurecht.

Oracle will den neuen Spruch jedoch nicht hinnehmen und deutete bereits an, das zivilrechtliche Verfahren in die nächste Runde bringen zu wollen. Damit würde eine seit Jahren andauernde Saga weitergehen.

SAP denkt in Millionen, Oracle in Milliarden

SAP  war mit der Übernahme der Software-Wartungsfirma TomorrowNow 2005 in den Schlamassel geraten. Mitarbeiter von TomorrowNow hatten im großen Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Oracle klagte 2007. SAP hat das Fehlverhalten seiner Mitarbeiter eingeräumt und die Verantwortung dafür übernommen. TomorrowNow wurde 2008 dichtgemacht.

Die Lage scheint auf den ersten Blick also klar, doch die Geister scheiden sich an der Höhe des Schadenersatzes. Während SAP in Millionen denkt, spricht Oracle von Milliarden.

SAP ist der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Damit steuern Firmen ihre Geschäftsprozesse, etwa die Buchhaltung oder die Kundenverwaltung. Oracle-Chef Larry Ellison gab in den vergangenen Jahren dutzende Milliarden Dollar für Zukäufe aus, um aufzuholen. Oracle ist die Nummer eins bei Datenbanken.

mg/dpa
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