Konjunktursignal PC-Markt droht Abschwung

Neuerlicher Hinweis auf kippelnde Weltkonjunktur: Nach Meinung von Marktforschern wird der globale PC-Markt im laufenden Jahr deutlich weniger stark wachsen als bisher angenommen. Vor allem die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Europa und in den USA bremse.
Sony Tablet "S": Neue Ära für PC-Hersteller

Sony Tablet "S": Neue Ära für PC-Hersteller

Foto: AFP

Hamburg - Der US-Marktforscher Gartner hat seine Prognose für den globalen PC-Absatz 2011 kräftig gestutzt. Demnach werde der Markt im laufenden Jahr wegen der schwächeren Konjunktur in Westeuropa und den USA lediglich um 3,8 Prozent auf 352 Millionen Computer wachsen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bisher waren die Experten von einem Plus von 9,3 Prozent ausgegangen.

"Der Markt in Westeuropa ist nicht nur von übervollen Lagern geprägt, sondern auch zunehmend von gesamtwirtschaftlichen Erschütterungen", sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal. "In den USA war der Verkauf an Privatkunden vor allem im zweiten Quartal viel geringer als erwartet."

Erste Indikatoren für die Zeit nach den Sommerferien seien enttäuschend. Wachsende Sorgen über die Wirtschaftsentwicklung führten auf beiden Seiten des Atlantiks zu schwindendem Kundenvertrauen. "Wir erwarten, dass die Konsumenten weniger ausgeben werden. Auch die Einkäufe der Unternehmen werden abnehmen, allerdings in geringerem Unfang."

Auch für das kommende Jahr nahm Gartner seine Prognose zurück. Allerdings rechnen die Experten immer noch mit einem Absatzwachstum von knapp elf Prozent. Gartner erfasst in seiner PC-Prognose nur Desktops und Notebooks, die immer populärer werdenden Tablet-Computer werden getrennt behandelt. Der Marktforscher räumte ein, dass die Tablets den Markt stärker verändern als zunächst erwartet. "Auf lange Sicht ist es besorgniserregend, dass die jüngere Generation nicht mehr zwangsläufig einen PC als ersten oder wichtigsten Rechner kauft", sagte Atwal.

"Media-Tablets haben auf dramatische Weise die Dynamik des PC-Markts verändert. Hewlett-Packards Entscheidung, sein PC-Geschäft auf den Prüfstand zu stellen, zeigt anschaulich, welcher Druck auf den Herstellern laste. "Entweder sie passen sich den neuen Trends an oder sie räumen das Feld", sagte Atwals Kollege George Shiffler.

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