Sonntag, 31. Mai 2020

AT&T US-Ministerium blockiert Übernahme von T-Mobile

Telekom-Chef Rene Obermann: Der geplante Verkauf der US-Tochter T-Mobile an AT&T wackelt

Rückschlag für die Deutsche Telekom: Das US-Justizministerium klagt Gerichtsunterlagen zufolge gegen den geplanten Verkauf der US-Mobilfunk-Tochter T-Mobile an den US-Konzern AT&T . Die Telekom hat 39 Milliarden Dollar Verkaufserlös eingeplant. Die Aktie stürzt ab.

Washington - Die Deutsche Telekom droht, auf ihrer amerikanischen Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzen zu bleiben. Die US-Wettbewerbshüter haben am Mittwoch Nein zu dem 39 Milliarden Dollar schweren Verkauf an den Telekommunikationsriesen AT&T gesagt.

"Wir wollen das Geschäft blockieren, um den Wettbewerb zu sichern", sagte James Cole vom Justizministerium in Washington.

Telekom-Aktien sackten in einem sehr festen Gesamtmarkt am Nachmittag um 6,84 Prozent auf 8,882 Euro ab. Die Titel waren damit schwächster Dax-Wert. AT&T-Titel standen ebenfalls stark unter Druck.

Mit T-Mobile würde ein "aggressiver Spieler" vom Markt verschwinden, der in der Vergangenheit geholfen habe, die Preise niedrig zu halten, begründete Cole die Blockade. Wenn AT&T und T-Mobile ihr Netz zusammenlegten, blieben von vier landesweit vertretenen Mobilfunkern nur noch drei übrig bleiben - mit AT&T als Marktführer.

US-Ministerium reicht Klage ein - nun muss Gericht in Washington entscheiden

Das Justizministerium reichte Klage gegen die Übernahme ein. Damit liegt der komplette Fall nun vor einem Gericht in Washington. Die Aktien der Deutschen Telekom und von AT&T rutschten nach der Entscheidung deutlich ins Minus. Dagegen konnte der kleinere US-Rivale Sprint zulegen. Sprint gilt als größter Verlierer, sollte die Fusion durchgehen.

Schon seit Monaten formiert sich Widerstand gegen den Verkauf. Selbst das am Mittwoch geäußerte Versprechen von AT&T, nach der Übernahme 5.000 Call-Center-Jobs aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten zu verlagern, konnte die Kartellwächter am Ende nicht überzeugen

la/ap/reuters/dpa-afx

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