Japan Display Nippon verstaatlicht Bildschirmindustrie

Japans Elektronikkonzerne Sony, Toshiba und Hitachi legen ihre Produktion hochauflösender Bildschirme zusammen. Der Staat hilft großzügig mit und übernimmt die Mehrheit der Anteile des neuen Unternehmens. So soll die Industrie auf dem Markt für Smartphones und Tablet-Rechner bestehen.
Innovative Kraft: Toshiba plant Flüssigkristallbildschirme mit 3-D-Effekt ohne Spezialbrille

Innovative Kraft: Toshiba plant Flüssigkristallbildschirme mit 3-D-Effekt ohne Spezialbrille

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP

Tokio - Die japanischen Elektronikkonzerne Sony, Toshiba und Hitachi wollen in einem gemeinsamen Unternehmen Bildschirme für Smartphones und Tablet-Computer produzieren. Ein entsprechendes Abkommen zwischen den dafür zuständigen Tochterunternehmen solle noch in diesem Jahr unterzeichnet werden, teilten die Konzerne am Mittwoch mit. Der Zusammenschluss der Bildschirmgeschäfte solle bis Frühjahr 2012 erfolgen. Daraus hervorgehen soll den Angaben zufolge das neue Unternehmen Japan Display.

Die neue Firma soll demnach von einem Fonds der japanischen Regierung mit 200 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) gefördert werden. Der Fonds werde 70 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, Sony , Toshiba  und Hitachi  jeweils 10 Prozent. Mit der Zusammenarbeit wollen die Konzerne sich gegen Konkurrenten aus Südkorea und Taiwan wappnen, die auf den florierenden Markt für hochauflösende Displays drängen.

Sony-Chef Howard Stringer äußerte sich zuversichtlich, dass sich das neue Unternehmen zu einer "treibenden Kraft für technologische Innovation" entwickeln werde. Nach Angaben von Sony, Toshiba und Hitachi soll Japan Display in der Forschung für neue Bildschirmtypen aktiv sein. Es gehe auch darum, Bildschirme dünner zu gestalten und mit einer höheren Auflösung zu versehen.

Japanischen Medienberichten zufolge werden die drei Konzerne durch die Zusammenführung ihrer zuständigen Tochterunternehmen die Führungsposition auf dem Gebiet kleiner und mittelgroßer Bildschirme einnehmen. Es wird erwartet, dass dieser Sektor wegen des Erfolgs von Smartphones und Tablets wachsen wird.

Japanische Elektronikkonzerne hatten in jüngster Zeit gegen die Konkurrenz von Apple  mit dessen erfolgreichen Geräten iPod und iPad anzukämpfen. Auch südkoreanische Konzerne wie Samsung , die bei der Bildschirmproduktion erfolgreich sind, haben den Wettbewerb verschärft.

ak/afp/dapd
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.