Kampf den Smartphones Sony kündigt Billig-Playstation an

Die beliebteste mobile Spielkonsole ist das Handy - zum Leidwesen von Nintendo und Sony. Der Playstation-Hersteller wehrt sich nun mit einer Billigvariante seiner PSP, die im Herbst herauskommen soll. Hardcore-Spieler müssen dagegen weiter Geduld haben.
Playsstation-Spieler auf einer Messe in Los Angeles: Sony plant ein mobiles Gerät für den kleinen Geldbeutel

Playsstation-Spieler auf einer Messe in Los Angeles: Sony plant ein mobiles Gerät für den kleinen Geldbeutel

Foto: ? Mario Anzuoni / Reuters/ REUTERS

Köln - Das Handy hat schon diverse Gerätegattungen in die abgelegenen Regale der Elektronikmärkte verbannt - Wecker und Musikspieler für die Jackentasche etwa, auch Navis sind gefährdet. Nun bedrohen die kleinen Alleskönner die mobilen Spielkonsolen: Immer mehr Nutzer daddeln auf dem Smartphone, das sie ohnehin in der Tasche haben - und sparen sich so ein zusätzliches Gerät.

Pünktlich zur Gamescom (17.-21. August) hat Sony darauf reagiert und eine Billigversion der Playstation Portable (PSP) für den Herbst angekündigt. Anspruchsvolle Spieler wollen die Japaner weiter mit der PSP Vita locken - die kommt aber erst nach dem Weihnachtsgeschäft auf den Markt.

99 Euro kostet die PSP E-1000, wie Sony sein neues Gerät nüchtern nennt. Begeisterung löst in der Tat nur der Preis aus - die Technik ist schon von den Vorgängern bekannt, minus WLAN-Anschluss, den der Hersteller offenbar aus Kostengründen einspart. Auch äußerlich hat sich nicht viel verändert.

Kampf gegen die Smartphones

Ein Pluspunkt ist das Spieleangebot: Alle Titel für die älteren Generationen sollen auf dem Gerät laufen, und unter dem Namen "PSP Essentials" sind diverse aktuelle Titel für je rund zehn Euro verfügbar.

"Mobiles Spielen war noch nie so zugänglich", sagte Sony-Manager Jim Ryan bei der Präsentation am Dienstagabend. Eines verschwieg der künftige Europa-Chef von Sony Computer Entertainment allerdings: Immer mehr Nutzer haben mit dem Smartphone schon eine kleine Konsole in der Tasche, die sie nicht extra kaufen müssen.

Ein paar Zahlen machen den Siegeszug der Smartphones deutlich: Im vergangenen Quartal verkaufte Apple im Schnitt jeden Tag 226.000 iPhones. Google, treibende Kraft hinter Android, verzeichnet derzeit gar 550.000 neue Geräte mit dem Betriebssystem - täglich. Hinzu kommen tausende von Tablet-Computern.

Mit der Preissenkung nimmt Sony überdies seinen Rivalen Nintendo in den Blick. Der hatte Anfang des Jahres mit großem Tamtam die 3DS herausgebracht - ein Novum in der Unterhaltungselektronik: Es zeigt 3D-Bilder, ohne dass Spieler dafür eigens eine Brille tragen müssen. Allerdings hat der Hoffnungsträger die Erwartungen enttäuscht, der Verkauf lief schlechter als erwartet. Schon bald senkten die Japaner des Preis des Gerätes um ein Drittel - in Deutschland auf rund 170 Euro.

cr/dpa
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