Prognose kassiert Apple verhagelt Dell die Bilanz

Der zweitgrößte PC-Hersteller Dell hatte im zweiten Quartal mit der schwachen US-Konjunktur und dem Vormarsch von Apple zu kämpfen. Der Konzern kappt nun seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr und schickt seine Aktie damit nachbörslich auf Talfahrt.
Laptop von Dell: Der Umsatz mit Notebooks stieg nur um 1 Prozent - Apple macht Dell mit seinem iPad das Geschäft streitig

Laptop von Dell: Der Umsatz mit Notebooks stieg nur um 1 Prozent - Apple macht Dell mit seinem iPad das Geschäft streitig

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Round Rock - Der Dell-Umsatz legte in dem Ende Juli abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal lediglich um 1 Prozent auf knapp 15,66 Milliarden Dollar zu. Beim Ergebnis machte Dell vor allem dank geringerer Kosten hingegen deutliche Fortschritte: Der Quartalsgewinn sprang um 63 Prozent auf 890 Millionen Dollar hoch, wie das Unternehmen am mitteilte.

Vor allem eine gekappte Umsatzprognose für das Geschäftsjahr sorgte dann dennoch dafür, dass die Aktie nachbörslich um zeitweise mehr als 7 Prozent abtauchte. Im Gesamtjahr erwartet der Hersteller nun nur noch ein Umsatzplus zwischen 1 und 5 Prozent, zuvor war Dell  von einem Wachstum in der Größenordnung zwischen 5 und 9 Prozent ausgegangen. Dafür soll der operative Gewinn im kommenden Jahr mit einem Wachstum zwischen 17 und 23 Prozent stärker zulegen als noch zuvor (12 bis 18 Prozent) angenommen.

Der größte Lichtblick im zweiten Quartal war das Geschäft mit Servern, den leistungsstarken Rechnern für Firmennetzwerke und Rechenzentren. Der Umsatz stieg hier um 9 Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar. Der Dienstleistungsbereich, den Dell sich nach dem Beispiel von IBM oder Hewlett-Packard zulegte, um Schwankungen im reinen Computergeschäft abzufedern, wuchs um 6 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro.

Mageres Wachstum in der PC-Sparte

Im PC-Verkauf, dem mit Abstand größten Geschäftsbereich, entwickelten sich die Umsätze deutlich weniger dynamisch. Die Erlöse mit Desktopcomputern, mit denen Dell immer noch knapp ein Viertel seines Geschäfts macht, schrumpften um 3 Prozent auf 3,74 Milliarden Dollar. Bei Notebooks gab es ein mageres Plus von 1 Prozent auf 4,76 Milliarden Dollar.

Die Zahlen hätten auch schwächer ausfallen können, wenn die Umsätze mit kleinen und mittleren Firmen nicht um 5 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen wären. Die Umsätze mit großen Unternehmen und Verbrauchern legten hingegen nur um jeweils 1 Prozent zu, das Geschäft mit der öffentlichen Hand sank um 3 Prozent.

Das liegt nicht nur daran, dass in der schwachen Wirtschaft vor allem in den USA mehr Unternehmen und Verbraucher ihr Geld zusammenhalten. Mit seinen iPad-Tablets schneidet Apple den PC-Herstellern ins Geschäft und nimmt ihnen auch Marktanteile mit wachsenden Verkäufen seiner Mac-Rechner weg.

mg/dpa-afx

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