Deutsche Telekom Neuer Chefstratege kommt von Atos

Nach monatelanger Suche hat die Deutsche Telekom endlich einen neuen Chefstrategen gefunden: Nach Informationen von manager magazin wird Atos-Manager Rolf Menne in die Konzernzentrale nach Bonn berufen. Viel Gestaltungsmöglichkeiten bleiben dem Strategen allerdings nicht.
Von Astrid Maier
Telekom-Logo: Vorstandschef René Obermann hätte gern eine weitere Frau auf eine Spitzenposition gehoben

Telekom-Logo: Vorstandschef René Obermann hätte gern eine weitere Frau auf eine Spitzenposition gehoben

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Hamburg - Der neue Chefstratege der Deutschen Telekom kommt von der Konkurrenz: Anfang September wird der Atos-Manager Rolf Menne in Bonn den Posten des Konzernstrategen antreten, erfuhr manager magazin von mit dem Vorgang vertrauten Personen. Menne hatte zuletzt als CEO die Dienstleistungssparte der ehemaligen Siemens-IT-Tochter Siemens IT Solutions und Services (SIS) geleitet. SIS wurde in diesem Jahr vom französischen IT-Konzern Atos übernommen.

Telekom-Chef René Obermann holt sich mit Menne erneut einen ehemaligen McKinsey-Mann nach Bonn. Nach einer Station bei der Unternehmensberatung hat Menne sechs Jahre lang als Partner bei der hauseigenen Beratung von Siemens  , Siemens Management Consulting (SMC), gearbeitet. Insgesamt war Menne so über zehn Jahre für Siemens tätig.

Mennes Vorgänger Francis Deprez wird demnächst auf einen Posten bei Detecon, der eigenen Unternehmensberatung der Telekom , wechseln. Auch Deprez hat einst sein Handwerk bei McKinsey gelernt. Obermann war allerdings zuletzt mit der Arbeit seines Chefstrategen nicht mehr zufrieden gewesen und hatte deswegen auf dessen Ablösung gedrängt.

Mehr als fünf Monate lang fahndete die Telekom nach einem neuen Strategen. Gerne hätte Obermann eine Frau auf die Position gesetzt. Letztlich fiel die Wahl aber auf Menne, da dieser die Voraussetzungen, sowohl Erfahrung in der Beratung, als auch in der Umsetzung von Projekten zu haben, am besten erfülle, heißt es.

In der Tat wird der neue Chefstratege Menne vor allem Erfahrung in der Umsetzung benötigen, denn Obermann hat die neue Strategie der Telekom eigentlich längst genau festgelegt: Der Konzern soll sich auf das Heimatgeschäft und Europa konzentrieren, statt Wachstum in neuen Märkten steht bei Obermann nun die Profitabilität im Vordergrund. Auch neue Wachstumsfelder wie das mobile Internet hat der Telekom-Chef bereist ausgemacht und konkret definiert. Viel eigene Gestaltungsmöglichkeiten bleiben für den neuen Strategen Menne damit nicht.