Umsatzsprung Amazon sucht 10.000 Saisonkräfte in Deutschland

Der Umsatz des Online-Händlers Amazon ist um 50 Prozent nach oben geschnellt. Der aggressive Expansionskurs schlägt sich aber in fallenden Gewinnen nieder. Dennoch will der Ebay-Konkurrent weiter investieren: Für das Weihnachtsgeschäft will Amazon allein in Deutschland 10.000 Mitarbeiter einstellen.
Ab in die Kiste: Viele seiner Waren muss Amazon nicht mehr per Paket versenden, denn der Onlinehändler vertreibt mittlerweile viele digitale Produkte

Ab in die Kiste: Viele seiner Waren muss Amazon nicht mehr per Paket versenden, denn der Onlinehändler vertreibt mittlerweile viele digitale Produkte

Foto: RICK WILKING/ REUTERS

New York - Das weltgrößte Internet-Kaufhaus Amazon  profitiert vom Wachstum des Onlinehandels und hat Anleger mit einem optimistischen Ausblick entzückt. Der Umsatz werde im laufenden dritten Quartal zwischen 10,3 und 11,1 Milliarden Dollar erreichen, kündigte der Konkurrent von Ebay  am späten Dienstagabend nach US-Börsenschluss an.

"Niedrige Preise, eine breitere Auswahl, eine schnelle Lieferung und Innovationen haben für das rasanteste Wachstum gesorgt, das wir seit mehr als einem Jahrzehnt gesehen haben", sagte Konzerngründer Jeff Bezos am Dienstag in Seattle.

Der Umsatz im abgelaufenen Quartal schnellte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 51 Prozent nach oben auf 9,91 Milliarden Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Die Aktie verteuerte sich nachbörslich um mehr als 6 Prozent.

10.000 Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft

Auch in Deutschland will der eBay-Konkurrent deutlich wachsen. "Allein für das Weihnachtsgeschäft wollen wir über 10.000 saisonale Mitarbeiter einstellen, darüber hinaus mehrere hundert langfristige Mitarbeiter in unseren neuen Logistikzentren sowie unserem neuen Kundenservice-Zentrum in Berlin", sagte der Amazon-Vizepräsident Medien, Nicholas Denissen.

Dank der starken Nachfrage nach dem Lese-Gerät Kindle und anderer Elektronikprodukte stieg der Umsatz im zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent auf 9,91 Milliarden Dollar. Laut Denissen ist dies der höchste Wert seit zehn Jahren. Der Erlös im laufenden dritten Quartal soll zwischen 10,3 und 11,1 Milliarden Dollar liegen.

Amazon setzt auf Cloud Computing - Werbeaktion knabbern an Gewinnmarge

Seit einiger Zeit setzt der US-Konzern mit rund 43.000 Angestellten auch auf die Datenspeicherung im Netz, das sogenannte "Cloud Computing", und neue Dienste wie beispielsweise das Video-Streaming. Der Marktführer gilt dank seines rasanten Wachstums als Musterknabe. Im vorigen Sommer wurden erstmals mehr digitale Bücher als Printausgaben verkauft - derzeit umfasst das Angebot allein in den USA 950.000 E-Books.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass Amazon zum wiederholten Male einen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Denn die Aktionen gehen mächtig ins Geld: Seien es nun Sonderangebote wie das neue Lady-Gaga-Album für 99 US-Cent, der Ausbau der Logistikzentren oder der Vorstoß in ganz neue Geschäftsbereiche. Der Nettogewinn fiel in der Folge um 8 Prozent auf unterm Strich 191 Millionen Dollar.

Amazon ist mit Büchern und CDs groß geworden und verkauft mittlerweile nahezu alles vom Fernseher bis zum Herrenanzug. Besonders die neuen Bereiche wuchsen zuletzt rasant. Der Konzern betreibt überdies Webhosting, bietet Filme im Onlineverleih an und vertreibt Apps für die boomenden Android-Smartphones. Eines der jüngsten Kinder ist ein Cloud-Musikdienst, bei dem Songs zentral auf Internetrechnern gespeichert werden und jederzeit abrufbar sind.

Rei/reuters/dpa-afx
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