Weiteres Rekordquartal Intel trotzt der PC-Flaute

Obwohl der Tablet-Boom das von Intel-Prozessoren dominierte PC-Geschäft schmälert, setzt der führende Halbleiterhersteller seinen Erfolgskurs fort. Intel setzte im abgelaufenen Quartal die fünfte Rekordmarke hintereinander. Allerdings steigen die Kosten im Konzern steil an.
Rekordsträhne: Intel-Zentrale in Santa Clara

Rekordsträhne: Intel-Zentrale in Santa Clara

Foto: © Reuters Photographer / Reuters

Santa Clara (Kalifornien) - Der weltgrößte Halbleiterkonzern Intel scheint immun gegen die allgemeine Schwäche der Computernachfrage zu sein. Zum fünften Mal hintereinander hat das Unternehmen ein Rekordgeschäft eingefahren und damit die Zweifler Lügen gestraft. Das dürfte in der gesamten Branche für Erleichterung sorgen. Vier von fünf PC-Prozessoren stammen von Intel.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 13,0 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro), wie Intel  am Mittwoch mitteilte. Die Marktforscher Gartner und IDC hatten jüngst über durchwachsene PC-Verkäufe berichtet, weil immer mehr Nutzer lieber zu einem Tablet griffen, so die Erklärung. In denen ist Intel mit seinen Chips aber schwach vertreten - immer noch beherrscht Apple  mit seinem iPad den Markt.

Tatsächlich scheint Intel den Tablet-Boom nicht ganz unbeschadet überstanden zu haben: Der Umsatz mit den stromsparenden Atom-Prozessoren, die in den kleinen Netbooks stecken, fiel um 15 Prozent. Allerdings fällt das im riesigen Intel-Konzern kaum ins Gewicht. Insgesamt stieg der Umsatz mit PC-Prozessoren um 11 Prozent.

Nach den Worten von Firmenchef Paul Otellini profitierte Intel indirekt vom Boom der Smartphones und Tablet-Computer: Weil die mobilen Geräte viel Datenverkehr im Internet erzeugen, müssen die Rechenzentren ausgebaut werden; und in den dortigen Riesenrechnern wiederum stecken leistungsfähige Intel-Prozessoren.

Intels Optimismus für das kommende Geschäft lässt nach

Allerdings stiegen die Kosten für Intel gleichzeitig steil an: besonders für die Herstellung der Chips, aber auch für Forschung und Entwicklung oder fürs Marketing. Entsprechend verbesserte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 2 Prozent auf unterm Strich annähernd 3,0 Milliarden Dollar. Zudem korrigierte der Konzern seine Prognose für das Geschäftsjahr nach unten. Intel geht demnach davon aus, dass der PC-Bereich in diesem Jahr um 8 bis 10 Prozent wachsen wird. Bislang hatte das Unternehmen einen Anstieg im niedrigen zweistelligen Bereich vorhergesagt. Nachbörslich lag die Aktie im Minus.

PC-Prozessoren sind für Intel immer noch das mit Abstand größte Geschäft, danach folgen die Server-Chips. Dieser Bereich legte sogar um 15 Prozent zu. Um auch in den mobilen Geräten stärker Fuß zu fassen, hatte Intel sowohl den Sicherheitssoftware-Spezialisten McAfee übernommen als auch das Handychip-Geschäft des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon .

Intel hatte sich in der Vergangenheit immer wieder anhören müssen, den Trend hin zu mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet-Computern verschlafen zu haben. Denn Intel fehlten lange die passenden stromsparenden Chips im Programm. Diese Technik ist das Steckenpferd des britischen Spezialanbieters ARM. Dennoch übertraf Intel ein ums andere Mal die Erwartungen der Analysten.

Bei PC- und Server-Prozessoren ist Advanced Micro Devices (AMD ) der größte Rivale. Das Unternehmen, das auch in Dresden produzieren lässt, legt an diesem Donnerstag seine Zwischenbilanz vor.

ak/dpa-afx/rtr
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