Gewinneinbruch Ebay erkauft sich Wachstum

Der Onlinehändler Ebay konnte seinen Umsatz in den vergangenen drei Monaten vor allem dank des Bezahldienstes Paypal kräftig steigern. Beim Gewinn verzeichnete der US-Konzern allerdings einen heftigen Einbruch - schuld daran ist eine teure Übernahme.
Ebay-Zentrale in San Jose: Mit dem Kauf von GSI Commerce will Ebay sich ein drittes Standbein aufbauen

Ebay-Zentrale in San Jose: Mit dem Kauf von GSI Commerce will Ebay sich ein drittes Standbein aufbauen

Foto: PAUL SAKUMA/ AP

San Jose - Im zweiten Quartal sei der Konzernumsatz um 25 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) gestiegen, teilte Ebay mit. Dabei wuchsen die Bezahldienste von Paypal sogar noch schneller als die eigentliche Handelsplattform.

Beim Gewinn musste Ebay  allerdings einen Rückgang hinnehmen. Kosten im Zusammenhang mit dem im März angekündigten Kauf des Onlinehandels-Dienstleisters GSI ließen das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um beinahe ein Drittel auf 283 Millionen Dollar einbrechen. Nachbörslich lag die Aktie am Mittwoch 2 Prozent im Minus.

Ebay will sich mit dem 2,4 Milliarden Dollar schweren Kauf von GSI Commerce ein drittes Standbein aufbauen. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen rund um Onlineshops und Marketingkampagnen an. Unter den mehr als 180 Kunden sind viele bekannte Namen wie Adidas , Levi's, Hewlett-Packard  oder Toys'r'Us.

Ebay will sich mit dem Zukauf als Komplettanbieter für den Onlinehandel aufstellen. Dabei spielt auch Paypal eine wichtige Rolle. Über diesen 2002 übernommenen Dienst können Konsumenten ihre Einkäufe bezahlen - nicht nur bei Ebay, sondern auch bei anderen teilnehmenden Onlinehändlern. Mittlerweile hat die Zahl der aktiven Nutzer nach Angaben von Konzernchef John Donahoe die Marke von 100 Millionen überschritten.

Der Umsatz von Paypal legte um 31 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu, die Handelsplätze wuchsen zusammen um 19 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr strebt Ebay nun einen Umsatz von bis zu 11,6 Milliarden Dollar an, nachdem sich der Konzern bislang maximal 10,9 Milliarden zugetraut hatte.

Ebay muss zulegen, um nicht den Anschluss an seinen großen Rivalen Amazon  zu verlieren. Auch der weltgrößte Onlinehändler hatte zuletzt ein beeindruckendes Tempo vorgelegt, musste aber wie Ebay kräftig Geld für sein Wachstum in die Hand nehmen. Das schmälerte den Gewinn. Seine Zahlen fürs zweite Quartal legt Amazon am kommenden Dienstag (26. Juli) vor.

mg/dpa-afx
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