Sieben Milliarden Dollar Apple erzielt erneut Rekordgewinn

Apple bricht erneut alle Rekorde: Der iPhone-Hersteller hat seinen Gewinn im dritten Quartal um 125 Prozent gesteigert und damit den höchsten Überschuss in der Firmengeschichte erzielt. Die Aktie schoss nachbörslich auf ein Allzeithoch und durchbrach die 400-Dollar-Marke.
Apple-Chef Steve Jobs: "Das beste Quartal aller Zeiten"

Apple-Chef Steve Jobs: "Das beste Quartal aller Zeiten"

Foto: KIMBERLY WHITE/ REUTERS

Cupertino - Der Umsatz sei im dritten Quartal um 82 Prozent auf 28,6 Milliarden Dollar, teilte Apple mit. Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 125 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro). Soviel hat Apple noch nie verdient. "Wir sind begeistert darüber, dass wir das beste Quartal aller Zeiten abliefern konnten", sagte Konzernchef Steve Jobs.

Vor allem iPhones und iPads waren gefragt. Der Konzern konnte mehr als 20,3 Millionen seiner Kulthandys verkaufen, zudem fast 9,3 Millionen Tabletcomputer und annähernd vier Millionen Mac-Rechner. Manche Produkte verkauften sich dreimal so gut wie im Vorjahreszeitraum. Einziger Wermutstropfen waren die iPod-Musikspieler, deren Absatz weiter fiel auf zuletzt 7,5 Millionen Stück. Viele Apple-Fans hören ihre Songs inzwischen lieber über das iPhone.

Besonders beeindruckt zeigten sich Analysten vom iPhone-Geschäft. Apple  dürfte nun der weltgrößte Smartphonehersteller nach Volumen sein, noch vor Nokia  und Samsung , sagte John Jackson von CCS Insight. "Dass sie das ohne ein neues Modell geschafft haben, spricht Bände über ihre Stärke wie auch über die Herausforderungen, vor die die Wettbewerber stehen." Investoren erwarten mit Spannung den Verlauf des zweiten Halbjahres, wenn wahrscheinlich eine neue iPhone-Generation in die Geschäfte kommt. Das Mobiltelefon wurde 2007 auf den Markt gebracht. Mit ihm erzielt Apple inzwischen etwa 40 Prozent des Umsatzes.

Umsatz in Asien verdreifacht

Besonders in Asien verkaufte sich das iPhone hervorragend. Allgemein stieg der Umsatz aus der asiatisch-pazifischen Region auf 6,3 Milliarden Dollar, mehr als drei Mal so hoch wie vor einem Jahr. Spitzenmanager Tim Cook zeigte sich insbesondere optimistisch zu dem Markt in China, wo Apple bislang "nur an der Oberfläche kratzt". Für sein Unternehmen biete sich dort "eine unglaubliche Gelegenheit".

Mit seinem Geschäftsbericht übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten bei weitem. Die Aktie schoss in einer ersten Reaktion nachbörslich um 7 Prozent nach oben und durchbrach dabei erstmals die 400-Dollar-Marke. Apple festigte damit seine Stellung als wertvollstes Technologieunternehmen der Welt mit einem Gesamtwert von annähernd 370 Milliarden Dollar.

Apple ist derzeit so erfolgreich unterwegs wie kaum ein zweites Unternehmen. Zuletzt wirbelte der kalifornische Elektronikkonzern mit dem iPad den gesamten Markt durcheinander, nachdem ihm dies schon zuvor mit dem iPhone und dem iPod gelungen war. Nächstes Großprojekt ist die iCloud - bei diesem Dienst liegen etwa Musikstücke zentral auf großen Internetrechnern und können vom Nutzer von überall aus abgerufen werden.

Einzige Sorge ist die Gesundheit von Steve Jobs

Die einzige wirkliche Sorge gilt derzeit der Gesundheit von Apple-Chef Jobs. Jobs nimmt seit Januar eine krankheitsbedingte Auszeit. Es ist unklar, was ihm fehlt. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal"haben sich einzelne Apple-Verwaltungsräte bereits mit Personalvermittlern getroffen, um auszuloten, welcher Manager in Jobs' Fußstapfen treten könnte. In mindestens einem Fall sei auch der Chef eines namhaften anderen Technologiekonzerns angesprochen worden.

Jobs selbst schrieb in einer E-Mail an das Blatt: "Ich glaube, das ist Quatsch." Die Zeitung berief sich auf eingeweihte Personen. Demnach handelte es sich bei dem Vorstoß der Verwaltungsräte wahrscheinlich um Alleingänge. Die Gespräche hätten allerdings mehr dem allgemeinen Ziel gedient, die Möglichkeiten von Apple abzustecken, als konkret einen neuen Chef zu finden.

Der 56-jährige Jobs kämpft seit Jahren mit schweren Krankheiten. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen; 2009 bekam er eine neue Leber. Bei öffentlichen Auftritten wirkte er zuletzt dünn. Jobs' wird im Tagesgeschäft derzeit von seinem langjährigen Weggefährten Tim Cook vertreten, der auch als aussichtsreichster Nachfolger für den Fall der Fälle gilt.

mg/dpa-afx/rtr
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