Starkes Neugeschäft IBM gibt IT-Industrie Zuversicht

Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM verheißt ein gutes Jahr für die Technologiebranche. Mit guten Geschäftszahlen für das zweite Quartal präsentiert der Konzern überraschend viele neue Vertragsabschlüsse. Die Aktie steigt auf ein Rekordhoch.
Optimismus: Trotz Schuldenkrise und Japan-Beben füllen sich die Auftragsbücher

Optimismus: Trotz Schuldenkrise und Japan-Beben füllen sich die Auftragsbücher

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Armonk (New York) - Nach einem erfolgreichen zweiten Quartal mit hervorragenden Vertragsabschlüssen hob der US-Konzern am Montagabend seine Jahresziele an. Damit scheint sich die Befürchtung, dass die Schuldenkrise in Europa und das Beben in Japan die Geschäfte beeinträchtigen, nicht zu bewahrheiten. Analysten sahen in den Zahlen einen starken Start für die Bilanzsaison der Technologieriesen. Bereits am Dienstag wird Apple folgen, in den kommenden Tagen reihen sich noch Intel und Microsoft ein.

"Der Umsatz mit Hardware, Software und Services ist prozentual zweistellig gestiegen", betonte Konzernchef Samuel Palmisano am Firmensitz in Armonk im US-Bundesstaat New York. Insgesamt setzte IBM von April bis Juni 26,7 Milliarden Dollar (18,9 Milliarden Euro) um - das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte um 8 Prozent auf unterm Strich 3,7 Milliarden Dollar. IBM-Aktien  stiegen nachbörslich um 2 Prozent und damit auf ein Rekordhoch.

IBM konnte der schwachen Entwicklung in Japan das starke Wachstum in Schwellenländern sowie die robusten Verkäufe von Großrechnern entgegensetzen. In den Schwellenländern profitierte IBM nach Worten von Finanzchef Mark Loughridge von guten Geschäften mit dem Finanzsektor. Auch in Europa sei es im zweiten Quartal besser gelaufen. In Deutschland und Italien wachse das Geschäft wieder.

Im zweiten Quartal schloss der Branchenführer Verträge in Höhe von 14,3 Milliarden Dollar ab. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Plus von 16 Prozent. Vertragsabschlüsse gelten als wichtiger Anzeiger für künftige Geschäfte. Analysten der Deutschen Bank hatten mit einem Vertragsvolumen zwischen 12 und 13 Milliarden Dollar gerechnet. IBM zufolge stieg der Auftragsbestand im Vierteljahr um 15 auf 144 Milliarden Dollar.

IBM hebt seine Gewinnprognose an

Für das Gesamtjahr hob der Konzern seinen Gewinnausblick an. Nun rechnet IBM mit einem Gewinn für verwässerte Aktien von mindestens 12,87 Dollar. Bisher waren es wenigstens 12,73 Dollar gewesen.

Das Unternehmen, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, hat sich schon lange vom klassischen Geschäft mit Computern verabschiedet und ist heute ein Spezialanbieter für Geschäftssoftware, Server und Beratung. Der Konzern verdient das meiste Geld mit Computer-Dienstleistungen wie etwa dem Betrieb von Rechenzentren. Derartige Services sind gemeinhin wesentlich lukrativer als der Verkauf von Geräten. Konkurrenten wie Hewlett-Packard  oder Dell  drängen deshalb mit aller Gewalt in diese IBM-Domäne.

Bei leistungsstarken Firmenrechnern ist IBM aber weiterhin eine feste Größe. Diese Sparte wuchs sogar mit knapp 18 Prozent weiterhin überdurchschnittlich stark. Über Server aus Armonk läuft etwa ein guter Teil des Internet-Datenverkehrs, der stetig zunimmt. Der schärfste Rivale ist die Softwarefirma Oracle , die den Spezialisten Sun Microsystems geschluckt hatte.

ak/rtr/dpa-afx
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