10.000 Stellen sollen wegfallen Cisco-Chef Chambers packt die Axt aus

Vor Wochen hat Cisco-Chef John Chambers sehr offen schwere Fehler im Management des US-Netzwerkausrüsters eingeräumt. Nun lässt er offenbar Taten folgen. Einem Bericht zufolge will Chambers jede siebte Stelle streichen. Rund 10.000 Jobs sind in Gefahr.
Cisco-Hauptquartier in Kalifornien: Ein Siebentel der Belegschaft muss wohl in Kürze den Hut nehmen

Cisco-Hauptquartier in Kalifornien: Ein Siebentel der Belegschaft muss wohl in Kürze den Hut nehmen

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images

San Jose - Cisco-Chef John Chambers plant offenbar einen Kahlschlag bei der Belegschaft: Um die Kosten in den Griff zu bekommen, sollten rund 10.000 Arbeitsplätze bei dem US-Netzwerkausrüster wegfallen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag von zwei mit den Plänen vertrauten Personen.

Bereits bis Ende August sollten 7000 Stellen gestrichen werden. Für weitere 3000 Beschäftigte seien Vorruhestands-Regelungen geplant. Zuletzt hatte das Unternehmen aus dem Silicon Valley in Kalifornien noch gut 70.000 Mitarbeiter.

Cisco  wollte die Zahl der Stellenstreichungen nicht kommentieren, kündigte aber Details bei der Vorlage des nächsten Quartalsberichts im August an. Der Konzern leidet seit einiger Zeit unter sinkenden Gewinnen. Auch im dritten Geschäftsquartal, das im April endete, fiel der Profit um 18 Prozent auf unterm Strich 1,8 Milliarden Dollar.

Chambers hatte bereits im Mai die gefloppten Flip-Videokameras eingestellt und eine Vereinfachung des gesamten Konzerns angekündigt. Im April hatte er in einer internen Mail von schweren Versäumnissen im Management des Konzerns geschrieben. Cisco müsse sich dringen ändern, um seine Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit wiederherzustellen, schrieb Chambers damals.

Einige Investoren drängen darauf, dass sich das Unternehmen künftig komplett aus dem Konsum-Geschäft zurückzieht. Stattdessen solle es sich allein auf die Ausrüstung von Unternehmen konzentrieren. Cisco stellt vor allem Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Cisco-Technik steckt in den meisten Firmen-Netzwerken.

wed/dpa
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