Elektronikkonzern Samsung warnt vor Gewinnrückgang

Eigentlich schickt sich Samsung an, neben den Bereichen Flachbildschirmen und Speicherchips auch auf dem Handymarkt die Weltmarktführung zu übernehmen. Doch im zweiten Quartal lief es nicht rund bei dem südkoreanischen Konzern. Zudem geht der Ärger mit Apple in eine neue Runde.
Samsung-Handys: Ähnlich wie die Apple-Produkte sind die Smartphones der Südkoreaner weltweit sehr gefragt

Samsung-Handys: Ähnlich wie die Apple-Produkte sind die Smartphones der Südkoreaner weltweit sehr gefragt

Foto: Chung Sung-Jun/ Getty Images

Seoul/New York - Von April bis Juni sei der operative Gewinn um voraussichtlich 26 Prozent auf 3,7 Billionen Won (3,5 Milliarden Dollar) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken, teilte Samsung mit. Analysten gingen bisher von 3,9 Billionen Won aus.

Im Vorjahreszeitraum hatte Samsung  mit 5,01 Billionen Won ein Rekordergebnis erzielt. Seine genauen Quartalszahlen will der Konzern in diesem Monat vorlegen.

Samsung ist der weltweit größte Hersteller von Speicherchips und Flachbildschirmen. Außerdem könnten die Südkoreaner bei den Smartphones Nokia  als Branchenführer ablösen.

Apple zieht ebenfalls vor die US-Handelsbehörde

Unterdessen geht der Ideenklau-Streit mit Apple  in eine neue Runde. Der iPhone-Hersteller ist jetzt ebenfalls vor die US-Handelsbehörde ITC gezogen und fordert ein Importverbot für einige Samsung-Geräte. Um welche Modelle es dabei geht, blieb zunächst unklar.

Zuvor hatte Samsung bereits bei der ITC einen Importstopp für Apples iPhones und iPad-Tablets gefordert. Apple lässt die Geräte in China bauen und könnte sie dann nicht mehr in die USA einführen. Apple will seinerseits vor einem Gericht in Kalifornien ein Verkaufs- und Einfuhrverbot für mehrere Samsung-Geräte per einstweiliger Verfügung durchsetzen.

Die zusätzliche ITC-Beschwerde könne große Bedeutung gewinnen, falls Apples Antrag auf eine einstweilige Verfügung abgeschlagen werde, argumentiert der deutsche Patentexperte Florian Müller. "Dann würde die ITC vermutlich eher eine Entscheidung fällen als die amerikanischen Bundesgerichte."

Apple hatte den Streit losgetreten und Samsung vorgeworfen, Design und Technik von iPhone und iPad zu kopieren. Die Südkoreaner warfen Apple im Gegenzug ebenfalls Patentverletzungen vor. Inzwischen überziehen sich die Unternehmen mit Klagen vor diversen Instanzen in mehreren Ländern. Brisant macht den Schlagabtausch auch, dass Samsung zu den wichtigsten Apple-Zulieferern gehört.

Zugleich geht es um den Konkurrenzkampf der Mobilfunkplattformen: Der südkoreanische Konzern ist ein führender Hersteller von Smartphones und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android.

mg/rtr/dpa-afx
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