Insiderhandel Apple-Geheimnisverräter packt aus

Zahlungskräftige Spekulanten haben mit seiner Hilfe ordentlich abkassiert: Ein Mitarbeiter des Zulieferers Flextronics soll Firmengeheimnisse von Apple gegen Barzahlung verraten haben. Nun hat sich der Angeklagte schuldig bekannt und gibt Einblicke in die Welt des Insiderhandels.
Verrat an Apple-Chef Steve Jobs: Ein Mitarbeiter des Zulieferers Flextronics verriet seinen zahlungskräftigen Kunden, dass Apple eine Art Lesegerät entwickelt - das spätere iPad

Verrat an Apple-Chef Steve Jobs: Ein Mitarbeiter des Zulieferers Flextronics verriet seinen zahlungskräftigen Kunden, dass Apple eine Art Lesegerät entwickelt - das spätere iPad

Foto: KIMBERLY WHITE/ REUTERS

New York - Der Mann, der die neuesten Hightech-Entwicklungen von Apple gegen Bares ausgeplaudert haben soll, hat gestanden. Das teilte Bundesstaatsanwalt Preet Bharara mit. Dem Angeklagten drohen nun bis zu 30 Jahre Gefängnis plus eine Geldstrafe von mehr als fünf Millionen Dollar.

Der 39-Jährige arbeitete bei Apples wichtigem Zulieferer Flextronics  und hatte dadurch Einblicke in kommende Neuheiten. Dieses Wissen soll er an Börsenspekulanten weiterverkauft haben. So sollen Außenstehende schon Monate vor dem Erscheinen gewusst haben, dass das iPhone 4 eine zweite Kamera für Videotelefonate besitzt und dass Apple zudem eine Art Lesegerät entwickelt - was sich später als der Tabletcomputer iPad herausstellen sollte.

Investoren können mit dem Wissensvorsprung abschätzen, wie sich Kurse entwickeln - enorme Gewinne können die Folge sein. Der sogenannte Insiderhandel ist deshalb verboten. Wie wertvoll derartige Informationen sein können, lässt sich am Apple-Kurs  ablesen: Im Oktober 2009, als der Angeklagte in einem Telefonat die Firmengeheimnisse verraten haben soll, kostete eine Aktie etwa 180 Dollar. Heute sind es rund 350 Dollar.

Der Mann gehörte nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einem Insiderring an, in dessen Mittelpunkt zwei Berater standen, die zahlungskräftigen Spekulanten die passenden "Experten" vermittelten haben sollen. Die Insider sollen dann über Neuentwicklungen, Verkaufszahlen oder noch unveröffentlichte Finanzergebnisse geplaudert haben. Es gab bereits Verurteilungen. Über den 39-Jährigen wird der Richter allerdings erst im Juli 2013 befinden.

Die US-Justiz scheint es derzeit besonders auf Kriminelle in Nadelstreifen abgesehen zu haben. Im Mai war mit dem Hedgefondsfründer Raj Rajaratnam eine bekannte Figur der Wall Street wegen Insiderhandels schuldig gesprochen worden; das Strafmaß steht noch nicht fest. Überdies laufen eine Reihe von Ermittlungen und Klagen gegen Banken wegen Verfehlungen in der Finanzkrise.

mg/dpa

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