Kursrutsch Oracle schwächelt im Geschäft mit Firmencomputer

Ein Rückgang im Geschäft mit Firmencomputern ließ am Donnerstag die Aktie von Oracle einbrechen. Dabei läuft das Softwaregeschäft des Unternehmens ausgezeichnet. So gut, dass Oracle bei Umsatz und Gewinn insgesamt deutlich zulegte.
Oracle-Zentrale in Redwood Shores: Die Computerfirma verbuchte zuletzt einen Rückgang im Absatz von Firmenrechnern

Oracle-Zentrale in Redwood Shores: Die Computerfirma verbuchte zuletzt einen Rückgang im Absatz von Firmenrechnern

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images

Redwood Shores - Oracle schwächelt in dem für viel Geld zugekauften Geschäft mit Firmenrechnern. Im vierten Geschäftsquartal (Ende Mai) ging der Absatz von Servern um 6 Prozent zurück. Einzig wegen eines gut laufenden Support-Geschäfts kam am Ende ein Nullwachstum in der Sparte heraus.

Dagegen konnte der SAP-Rivale bei seiner angestammten Software abermals prozentual zweistellig zulegen. Die Enttäuschung über das Hardwaregeschäft überwog jedoch und die Aktie fiel am Donnerstag nachbörslich um 4 Prozent.

Insgesamt stieg der Umsatz vor allem dank des florierenden Geschäfts mit Softwarelizenzen um 13 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) und damit erstmals über die Zehn-Milliarden-Marke. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 36 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Das Wachstum sei Oracle  fast ohne Übernahmen gelungen, betonte Finanzchefin Safra Catz am Firmensitz im kalifornischen Redwood Shores.

Oracle hatte in den vergangenen Jahren Dutzende Milliarden Dollar für Zukäufe ausgegeben, um den deutschen Rivalen SAP  bei der Unternehmenssoftware einzuholen. Dabei verleibte sich der Konzern so bekannte Softwarefirmen wie Siebel oder PeopleSoft ein. Anfang vergangenen Jahres schloss Oracle zudem den 7,4 Milliarden Dollar schweren Kauf des Server-Spezialisten Sun Microsystems  ab und stieg damit ins Hardware-Geschäft ein.

Hauptgeschäft mit Datenbanken und Firmensoftware

Idee ist es, Pakete aus Software und Hardware anzubieten. Das Sun-Geschäft verlaufe besser als gedacht, versicherte Finanzchefin Catz. In diesem Markt herrscht jedoch ein starker Konkurrenzdruck. Mit seinen leistungsstarken Rechnern tritt Oracle vor allem gegen IBM  an, aber auch gegen Hewlett-Packard , Dell  oder Fujitsu .

Das Geld verdient Oracle vor allem mit Datenbanken und der Unternehmenssoftware, mit der Firmen etwa ihre Buchhaltung oder Kundenverwaltung erledigen. Das Datenbankgeschäft sei im vergangenen Geschäftsjahr so stark gewachsen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, sagte Konzernchef Larry Ellison.

Die Neuabschlüsse von Softwarelizenzen stiegen im Schlussquartal um 19 Prozent - ein Indiz dafür, dass Oracle auch künftig floriert. Denn jede neuen Lizenz zieht üblicherweise weitere Geschäfte nach sich, etwa durch Updates oder Wartungsdienste.

Ellison hielt sich auffallend zurück, was Angriffe auf die Konkurrenten anging. Üblicherweise lässt er bei der Zahlenvorlage mindestens eine Spitze gegen SAP oder neuerdings die Hardwarerivalen IBM und HP los. Mit vielen bekannten Namen der Technologiebranche liegt Oracle mittlerweile im Streit.

So schwelt weiterhin ein Gerichtsverfahren mit SAP. Mitarbeiter einer SAP-Tochterfirma in den USA hatten Daten von Oracle gestohlen, was die Deutschen auch zugeben. Strittig ist indes die Schadenshöhe. Ein US-Richter hat die Summe auf 1,3 Milliarden Dollar festgelegt. SAP will maximal 408,7 Millionen Dollar zahlen oder strebt ein neues Verfahren an.

Mit dem weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard zankt sich Oracle um Server-Prozessoren, und vom Internetkonzern Google verlangt Oracle milliardenschweren Schadenersatz wegen eines angeblichen Ideenklaus beim Smartphone-Betriebssystem Android.

cr/dpa
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