Zukauf NSN bekommt Millionenrabatt

Deutlicher Preisnachlass: Der Telekom-Ausrüster Nokia Siemens Networks kommt billiger an die Netzwerksparte des US-Branchenurgesteins Motorola. Nach langen Streitereien zahlt das finnisch-deutsche Unternehmen 975 Millionen statt 1,2 Milliarden Dollar für das Motorola-Geschäft.
NSN-Zentrale in Espoo: Zukauf unter Dach und Fach

NSN-Zentrale in Espoo: Zukauf unter Dach und Fach

Foto: AFP

München - Der Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN) hat nach einer langen Hängepartie den Kauf der Netzsparte von Motorola unter Dach und Fach gebracht. Die Transaktion sei neun Monate nach ihrer Ankündigung abgeschlossen, teilte NSN am Freitag mit. Das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen zahlt nun 957 Millionen Dollar für das Geschäftsfeld. Ursprünglich waren 1,2 Milliarden Dollar vereinbart worden. Mit dem Spartenkauf sichert sich NSN vor allem einen besseren Zugang zum US-Markt.

NSN und Motorola hatten das Geschäft bereits Mitte vergangenen Jahres verkündet, dann aber fuhr ihnen der chinesische Rivale Huawei in die Parade. Der langjährige Motorola-Partner fürchtete, dass mit dem Spartenverkauf auch seine Firmengeheimnisse den Besitzer wechseln. Huawei hatte Motorola seit 2000 Netzwerkprodukte geliefert, die die Amerikaner dann unter eigenem Namen weiterverkauften. Erst Mitte April schlossen die Kontrahenten Frieden.

Der chinesische Konzern gehört zu den schärfsten Rivalen von NSN. Laut Medienberichten war Huawei selbst an der Motorola-Sparte interessiert. Nun wechseln die 6900 Motorola-Mitarbeiter aber zu NSN. Motorola hatte keine Verwendung mehr für seinen Netzwerkbereich, nachdem sich der Traditionskonzern in einen Privatkunden- und einen Firmenkunden-Teil aufspaltete. NSN gehört gemeinschaftlich dem weltgrößten Handyhersteller Nokia und dem deutschen Siemens-Konzern.

kst/dpa-afx/rtr
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