Radikaler Personalabbau Panasonic streicht knapp 17.000 Stellen

Der Elektronikriese Panasonic will in den kommenden zwei Jahren knapp 17.000 Arbeitsplätze abbauen. Nach der Komplettübernahme der beiden Töchter Sanyo und Panasonic Electric Works überschnitten sich viele Aktivitäten im Konzern, so dass die Kündigungswelle den Japanern zufolge notwendig wurde.
Elektronikkonzern Panasonic: Das japanische Unternehmen produziert unter anderem Fernseher

Elektronikkonzern Panasonic: Das japanische Unternehmen produziert unter anderem Fernseher

Foto: SPIEGEL ONLINE

Osaka - Die Belegschaft solle um knapp 17.000 auf rund 350.000 Beschäftigte verringert werden, teilte Panasonic mit. Der Stellenabbau werde unter anderem über Vorruhestandsregelungen erreicht, hieß es. Zuvor hatte die Wirtschaftszeitung "Nikkei" von bis zu 40.000 Stellen, die vor allem außerhalb Japans gekappt werden sollen, berichtet.

Hintergrund ist die vollständige Eingliederung der Töchter Panasonic Electric Works und Sanyo Electric zum 1. April und damit verbundene Einsparungen. Der Konzern will damit sich überschneidende Aktivitäten der beiden Töchter beseitigen. Panasonic hat rund 220.000 Beschäftigte, Panasonic Electric Works 60.000 und Sanyo 100.000 Beschäftigte. Das Unternehmen hatte beschlossen, die beiden Töchter voll zu übernehmen, um unter anderem sein Geschäft mit Umwelt- und Energietechnologie zu stärken.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 (31.3.) erzielte Panasonic unter dem Strich einen Gewinn von 74 Milliarden Yen (615 Millionen Euro), nach einem Verlust von 103 Milliarden Yen im Vorjahr. Die Umsätze kletterten dank der Einbeziehung von Sanyo um 17 Prozent auf 8,69 Billionen Yen. Wegen des Erdbebens und der Atomkatastrophe sei eine Prognose für das neue Geschäftsjahr unmöglich. Bisher war Panasonic von Umsätzen in Höhe von 8,8 Bilionen Yen und einem Gewinn von 50 Milliarden Yen ausgegangen./tk

mg/rtr/dpa-afx
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