Verzicht auf Symbian Nokia streicht 7000 Stellen

Der finnische Handyhersteller Nokia versucht mit einer Radikalkur an seinen ehemaligen Erfolg anzuknüpfen. Insgesamt reduziert der einstige Marktführer seinen Personalbestand um 7000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon über die Auslagerung seiner Symbian-Aktivitäten an den IT-Berater Accenture.
Rotstift angesetzt: Nach der Einigung mit Microsoft lagert Nokia jetzt die kompletten Symbian-Aktivitäten aus

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Foto: Markku Ojala/ dpa

Expoo - Im Zuge einer Neuausrichtung sollen weltweit 4000 Arbeitsplätze gestrichen werden, teilte Nokia mit. Betroffen seien vor allem Dänemark, Finnland sowie Großbritannien. Der Stellenabbau solle bis Ende 2012 beendet sein.

Die Mitarbeiterstärke werde der Strategie angepasst, sagte ein Konzernsprecher. "Wir werden Forschung und Produktentwicklung auf gewisse Standorte fokussieren." Einige Standorte sollen vergrößert, andere verkleinert oder geschlossen werden. In Deutschland hat Nokia  zwei Standorte für Forschung und Produktentwicklung, in Ulm und in Berlin. "Wir erwarten, dass beide Standorte weiter wachsen", so der Sprecher.

Weitere 3000 Mitarbeiter lagert Nokia gemeinsam mit der Handysoftwaresparte Symbian an den IT-Berater Accenture aus. Die Vereinbarung soll in diesem Sommer unter Dach und Fach gebracht werden. Die Symbian-Mitarbeiter in China, Finnland, Indien, Großbritannien und den USA wechseln noch in diesem Jahr zu dem Managementberater- und Technologiedienstleister. Im Gegenzug wird Accenture Nokia für dessen Smartphones Softwaredienstleistungen stellen.

Vor wenigen Monaten hatte der vormals unangefochtene Marktführer für Mobiltelefone den überraschenden Wechsel von der hauseigenen Handysoftware Symbian hin zur Microsoft-Software Windows angekündigt. Nokia waren in den vergangenen Jahren die Felle davon geschwommen. Impulsgeber bei Smartphones waren nicht die Finnen, sondern Apple  mit dem iPhone sowie Samsung  mit Galaxy und Google  mit der Handysoftware Android.

mg/dpa-afx
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