Hohe Investitionen Gewinneinbruch bei Amazon

Investitionen in neue Produkte und Services nagen auch im ersten Quartal am Gewinn des weltgrößten Onlinehändlers Amazon. Der Ebay-Konkurrent verdiente ein Drittel weniger, aber immerhin wuchs der Umsatz um fast 40 Prozent.
Kampf gegen Ebay: Amazon heizt mit niedrigen Preisen und neuen Angeboten den Wettbewerb an

Kampf gegen Ebay: Amazon heizt mit niedrigen Preisen und neuen Angeboten den Wettbewerb an

Foto: ddp

Seattle - Der weltgrößte Onlinehändler Amazon wächst rasant. Im ersten Quartal schnellte der Umsatz des US-Konzerns um 38 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) hoch.

Doch der Erfolg hat eine Kehrseite: Der Gewinn schrumpft. Denn Amazon  lockt die Kunden mit niedrigen Preisen und immer neuen Angeboten. Zudem steckt der Händler viel Geld in die Werbung, in neue Produkte, in den Ausbau seiner Logistikzentren und in die Verbesserung der IT.

Zu Jahresbeginn blieben so unterm Strich noch 201 Millionen Dollar übrig - ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. "Wir waren niemals enthusiastischer, was die langfristigen Möglichkeiten angeht", sagte Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos und versuchte damit, die Anleger für seinen manchmal schmerzhaften Wachstumskurs zu gewinnen. Nachbörslich lag die Aktie leicht im Minus.

Amazon ist mit Büchern und CDs groß geworden und verkauft mittlerweile nahezu alles vom neuen Fernseher bis zum Herrenanzug. Der Konzern betreibt überdies Webhosting, bietet Filme im Onlineverleih an und vertreibt Apps für die boomenden Android-Smartphones. Jüngst startete Amazon zudem einen Cloud-Musikdienst und brachte seinen Bezahldienst und sein E-Book-Geschäft mit dem Lesegerät "Kindle" nach Deutschland.

Gleiches Bild im zweiten Quartal

Bereits in den vorangegangenen Quartalen hatte Bezos die Spendierhosen an und verärgerte damit die Aktionäre. Aber der Firmenchef will auch weiterhin kräftig in neue Produkte und Services investieren. Für das zweite Quartal geht der Internethändler von einem Umsatz von 8,85 bis 9,65 Milliarden Dollar aus. Damit würde Amazon die Markterwartungen von 8,7 Milliarden Dollar übertreffen. Der Betriebsgewinn wird voraussichtlich zwischen 95 und 245 Millionen Dollar nach 207 Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum liegen.

Amazon muss aufpassen - der Online-Marktplatz Ebay  sitzt dem Händler im Nacken. Beide Firmen haben mittlerweile ein kleines Imperium aufgebaut. Zu Amazon gehören neben dem Schuhverkäufer Zappos.com auch der Babyartikel-Spezialist Diapers.com sowie die Onlinedrogerie Soap.com. Ebay hatte den deutschen Online-Shoppingclub Brands4friends übernommen und bietet mit seiner Tochter Paypal auch Bezahldienste im Internet an.

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft wuchs Ebay zwar deutlich langsamer, doch verdiente dafür mehr. Ebay legt den Geschäftsbericht für das erste Quartal am späten Mittwoch vor.

mg/dpa-afx
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