Sonntag, 15. Dezember 2019

Telekom-Billigmarke Congstar-Chef muss Posten räumen

Abschied von Congstar: Alexander Lautz wechselt voraussichtlich zu T-Systems

Der Misserfolg der Telekom-Billigmarke Congstar zieht personelle Konsequenzen nach sich: Congstar-Geschäftsführer Alexander Lautz verliert zum April den Chefposten bei der Telekom-Tochter. Einen Nachfolger gibt es offenbar noch nicht.

Hamburg - Schrille Farben, coole Sprüche, einfache Tarife - als Telekom-Chef René Obermann 2007 mit dem Billigableger Congstar an den Start ging, sollte dies eine Kampfansage an die florierende Billigtelefonie-Konkurrenz sein.

Congstar durfte dafür keinerlei Assoziationen mit dem Magenta-Konzern wecken, in den an eine junge Klientel gerichteten Werbespots tauchte nirgendwo die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen auf. Auch räumlich ging Congstar auf Distanz zum Mutterkonzern. Das Telekom eigene Start-up bezog seine Büros im Kölner Rheinauhafen, nicht in der Bonner Zentrale.

Obermann war zu diesem Zeitpunkt selbst erst kurze Zeit Telekom-CEO, sein neuer Ansatz überzeugte damals die meisten Marktbeobachter. Heute ist klar: Er ist mit dem Billigableger gescheitert.

Congstar gilt in der Branche als einziger defizitärer Discount-Anbieter - und das, obwohl die Telekom-Tochter von der Infrastruktur des deutschen Marktführers eigentlich profitieren müsste. "Die Telekom hat offenbar selbst nie an den Erfolg von Congstar geglaubt. Das Angebot sollte nur verhindern, dass wechselwillige Kunden zur Konkurrenz flüchten", spottet ein Branchenkenner.

Die Geschäfte laufen derart schlecht, dass Obermann nun Konsequenzen zieht. Congstar-Geschäftsführer Alexander Lautz muss den Chef-Posten räumen, ab April wechselt der Manager voraussichtlich zu der IT-Tochter T-Systems. Dort soll er das Marketing für das Geschäft mit Connected Cars übernehmen, also mit ans Internet angebundenen Autos. Wer die Congstar-Spitze besetzen soll, ist offenbar noch unklar. Eine Congstar-Sprecherin wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

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