Beteiligung J.P. Morgan steigt bei Twitter ein

Die amerikanische Großbank J.P. Morgan steigt nach Presseberichten mit 450 Millionen Dollar beim Kurznachrichtendienst Twitter ein. Das Unternehmen wird damit auf mehr als vier Milliarden Dollar bewertet.  JP Morgan würde über seinen Fonds "Digital Growth" damit zweitgrößter Aktionär.
Tweets sind angesagt: Doch mit allzuviel Werbung will Twitter die Kunden nicht belästigen

Tweets sind angesagt: Doch mit allzuviel Werbung will Twitter die Kunden nicht belästigen

Foto: Cameron Spencer/ Getty Images

New York - Ein neuer Technologiefonds der US-Bank JPMorgan Chase bewertet einem Medienbericht zufolge den Kurznachrichtendienst Twitter mit 4,5 Milliarden Dollar. Der Fonds Digital Growth wolle für 450 Millionen Dollar 10 Prozent an dem rasant wachsenden Unternehmen kaufen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

Damit wäre das Geldhaus nicht die erste Bank, die einen Anteil an einem aufstrebenden Unternehmen des Web 2.0 kauft. Zuletzt hatte sich Goldman Sachs mit 450 Millionen Dollar an dem Sozialen Netzwerk Facebook beteiligt und bot zudem Kunden Investitionsmöglichkeiten vor einem erwarteten Börsengang.

Demnach wird der von Mark Zuckerberg gegründete Konzern mit mehr als 50 Milliarden Dollar bewertet. Erst am Freitag hatte das US-Finanzinstitut JPMorgan mitgeteilt, es habe 1,22 Milliarden Dollar von Anlegern für den Fonds Digital Growth (Digitales Wachstum) eingesammelt.

Dem Zeitungsbericht zufolge will JPMorgan ein Drittel in Twitter stecken und ein weiteres Drittel in andere private Internetfirmen wie das Online-Spieleunternehmen Zynga oder das Telefonunternehmen Skype investieren. Der Rest gehe an sechs weitere Unternehmen, darunter möglicherweise der Schnäppchen-Anbieter LivingSocial oder der Online-Einzelhändler Gilt

Nach Angaben der "Financial Times" rechnet die Bank mit Gebühren von mehr als 13 Millionen Dollar aus dem Fonds. JPMorgan wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Twitter war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der rund vier Jahre alte Kurznachrichtendienst Twitter hatte im September 175 Millionen Nutzer und wurde im Dezember bei der Zusammenstellung einer Kapitalspritze noch mit 3,7 Milliarden Dollar bewertet. Über den Dienst können 140 Zeichen lange Kurznachrichten - "Tweets" - an Interessenten - sogenannte "Follower" - verschickt werden. Twitter ist mittlerweile bei Politikern und Prominenten beliebt, wird aber auch von Firmen zunehmend für Werbung genutzt.

Die Bewertungen von Internetunternehmen schnellten zuletzt stark in die Höhe. So lockte das weltgrößte Onlinenetzwerk Facebook Investorengelder zu einem Firmenwert von 50 Milliarden Dollar an. Der Schnäppchendienst Groupon schlug ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Google  aus und wird inzwischen mit 15 Milliarden Dollar bewertet.

rei/dpa/reuters
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