Zehn Milliarden Dollar Google und Facebook treiben Twitter-Preis

Die Internetgiganten Facebook und Google versuchen offenbar, Anteile an dem Kurznachrichtendienst Twitter zu übernehmen. Durch ihre Gebote wird das Start-up einem Medienbericht zufolge bereits mit bis zu zehn Milliarden Dollar bewertet.
Was machst du gerade? Twitter hat noch immer kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden

Was machst du gerade? Twitter hat noch immer kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden

Foto: Cameron Spencer/ Getty Images

New York/Berlin - Facebook und Google hätten bei Twitter vorgefühlt, ob eine Übernahme von Anteilen möglich sei, berichtet das "Wall Street Journal". Unter anderem durch ihre Gebote werde der Kurznachrichtendienst mit bis zu zehn Milliarden Dollar bewertet.

Die Gespräche seien bisher ergebnislos geblieben. Noch im Dezember hatte Twitter bei Investoren 200 Millionen Dollar auf Basis einer Bewertung von nur 3,7 Milliarden Dollar eingesammelt.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen und den Mitteilungen anderer Nutzer folgen. Das 2006 gegründete Start-up hat rund 200 Millionen registrierte Mitglieder, wobei unklar ist, wie viele von ihnen den Dienst tatsächlich aktiv nutzen.

2010 fuhr Twitter offenbar einen Verlust ein

Twitter tat sich bisher schwer, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden. Eine Überladung mit Werbung lehnten die Gründer von Anfang an ab - aus Angst, die Nutzer zu verschrecken. Unter dem neuen Chef Dick Costolo wagt sich die Firma stärker ins Werbegeschäft vor, unter anderem mit bezahlten Tweets.

Nach Informationen der Zeitung erzielte Twitter im vergangenen Jahr einen Umsatz von 45 Millionen Dollar. Wegen des Ausbaus der Mitarbeiterzahl und der Technikinfrastruktur habe es einen Verlust gegeben. Für dieses Jahr rechne das Unternehmen mit Erlösen zwischen 100 und 110 Millionen Dollar. Inzwischen habe Twitter mehr als 350 Mitarbeiter.

Die Bewertungen von Internetunternehmen schnellten zuletzt stark in die Höhe. So lockte das weltgrößte Onlinenetzwerk Facebook Investorengelder zu einem Firmenwert von 50 Milliarden Dollar an. Der Schnäppchendienst Groupon schlug ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Google  aus und wird inzwischen mit 15 Milliarden Dollar bewertet.

mg/dpa-ax
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