Goldman-Sachs-Fonds Facebook nimmt Kurs auf die Börse

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gewährt über die Investorenunterlagen von Goldman Sachs womöglich erstmals einen Blick in die Geschäftslage des Unternehmens. Daraus geht offenbar auch hervor, dass das das weltgrößte Onlinenetzwerk 2012 entweder direkt an die Börse gehen oder zumindest seine Finanzen komplett offenlegen wird.
Gutes Geschäft: In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres verdiente der Konzern 355 Millionen Dollar

Gutes Geschäft: In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres verdiente der Konzern 355 Millionen Dollar

Foto: KIMBERLEY WHITE/ AFP

New York - Entweder werde Facebook im kommenden Jahr seine bislang geheimen Finanzen offenlegen oder das Internetunternehmen werde direkt an die Börse gehen und sich damit für jeden Anleger öffnen. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf Unterlagen für Investoren.

Facebook enthüllte seine Absichten in einem Prospekt, den die US-Investmentbank Goldman Sachs  an ausgesuchte Klienten verteilt hat. Das Wall-Street-Haus sammelt derzeit Gelder für einen 1,5 Milliarden Dollar schweren Fonds ein. Über diesen können wohlhabende Kunden in Facebook investieren. Nach Informationen des "Wall Street Journal" ist das Interesse riesig.

Facebook ist eine der am schnellsten wachsenden Internetfirmen überhaupt mit mittlerweile mehr als 550 Millionen Mitgliedern. Das macht das Onlinenetzwerk für die Werbeindustrie interessant. Der Gesamtwert des noch jungen Unternehmens wird inzwischen auf rund 50 Milliarden Dollar taxiert. Das ist mehr als das Auktionshaus Ebay oder das Interneturgestein Yahoo auf die Waage bringen.

Die Frage bleibt, wie Facebook seinen Umsatz erwirtschaftet

Durch die neuen Investoren steigt der Druck auf Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die bisherige Geheimniskrämerei um die Finanzlage aufzugeben. Laut US-Gesetz müssen auch nicht börsennotierte Firmen ihre Daten veröffentlichen, wenn sie mehr als 500 Investoren haben. Facebook dürfte diese Marke durch den Goldman-Fonds durchbrechen.

Deshalb ermittelt inzwischen auch die US-Börsenaufsicht SEC, ob bei der Vereinbarung zwischen Facebook und Goldman Sachs nicht die Kapitalmarktregeln ausgehebelt werden. Alternativ kann das Unternehmen natürlich auch direkt an die Börse gehen und müsste seine Daten dann ohnehin preisgeben.

In den rund 100 Seiten starken Investorenunterlagen, aus denen unter anderem die "New York Times" zitierte, gewährte Facebook bereits erste Einblicke in seine Geschäftslage: So erwirtschafte das Unternehmen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar. Davon blieb ein Gewinn von 355 Millionen Dollar übrig.

Einem Empfänger zufolge waren die Geschäftszahlen nicht geprüft und boten zudem wenig Details darüber, wie Facebook seinen Umsatz erwirtschaftet. Die Kunden der Investmentbank müssen bis Freitag entscheiden, ob sie in Facebook investieren wollen und bis Dienstag das Geld überweisen.

mg/dpa/rtr
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