Kunden verloren Freenet leidet weiter unter Preisdruck

Der Mobilfunkanbieter Freenet hat im ersten Quartal weiter unter dem harten Preisdruck gelitten und weitere Kunden verloren. Die Umsätze gingen im saisonal schwachen ersten Quartal etwas deutlicher zurück als von Analysten erwartet: Sie sanken auf 806 Millionen Euro von 888 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Hamburg - Auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel mit 70,8 Millionen Euro (Vorjahr: 75,4 Millionen Euro) wegen Kosten für den laufenden Konzernumbau etwas niedriger aus als erwartet.

Im wichtigsten Segment, dem Mobilfunkgeschäft, hatte Freenet  seine Profitabilität steigern können. So gingen die Umsätze zwar auf 782,8 Millionen Euro (Vorjahr: 847,3 Millionen Euro) zurück. Das um Einmaleffekte bereinigte Ebitda, auf das sich auch die Jahresprognose von Freenet bezieht, stieg allerdings auf 76,1 Millionen von 71,6 Millionen Euro im Vorjahr. "Hier zeigen sich einmal mehr die positiven Effekte der Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern, die wir seit der Debitel-Akquisition konsequent durchführen", kommentierte Freenet-Chef Christoph Vilanek in einer Mitteilung. Die Prognose für das bereinigte Ebitda im Kerngeschäft von Freenet liegt bei 350 bis 380 Millionen Euro.

Freenet hatte vor gut zwei Jahren den kleineren Konkurrenten Debitel übernommen und befindet sich seitdem im Umbau. Derzeit läuft noch die Integration von IT-Systemen. Doch trotz der Übernahme verliert Freenet nach wie vor Kunden. Die Zahl der Mobilfunkkunden sank im ersten Quartal auf 17,15 Millionen Kunden, Ende 2009 waren es noch 17,58 Millionen. Der Freenet-Chef hatte zuletzt betont, er kämpfe nicht um jede SIM-Karte. Stattdessen will Vilanek die Zahl der umsatzstärkeren Vertragskunden steigern und nimmt dafür auch Kundenverluste in Kauf.

Unterm Strich verbuchte Freenet wegen niedrigerer Kosten und einem besseren Zinsergebnis einen Gewinnsprung auf 20,8 Millionen Euro nach schmalen 600.000 Euro Gewinn im Vorjahr. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft verdoppelte sich auf 15 Millionen Euro von 7,1 Millionen Euro im Vorjahr. Zu dem Ergebnisanstieg trug aber auch der Gewinn aus dem Verkauf des DSL-Geschäfts bei. Die Nettoverschuldung konnte auf 700 Millionen verringert werden.

manager magazin mit Material von dpa-afx

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