Frequenzauktion Tageserlös von 117 Millionen Euro

T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 schachern um ihre neuen Funknetze - und das womöglich wochenlang. Am ersten Tag hat die Netzagentur so Höchstgebote von knapp 117 Millionen Euro eingesammelt. Doch das ist erst der Anfang. Die Mobilfunkanbieter brauchen die zusätzlichen Frequenzen, um mit iPad oder Smartphone punkten zu können.

Mainz - Die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen hat am Montag in Mainz begonnen. Am Ende des ersten Auktionstags lag die Summe aller gehaltenen Höchstgebote nach der dritten Runde bei knapp 116,8 Millionen Euro, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Versteigert werden Frequenzen in den Bereichen 800 Megahertz, 1,8 Gigahertz, 2 Gigahertz sowie 2,6 Gigahertz.

An der Versteigerung nehmen die Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone , E-Plus und O2 teil. Im Fokus stehen vor allem die 800-Megahertz-Frequenzen, die durch das Abschalten des analogen Rundfunks freigeworden sind und eine höhere Reichweite haben. Diese Frequenzen sind an Ausbauverpflichtungen gekoppelt. Dadurch sollen bislang nicht erschlossene Gebiete mit schnellem Breitbandinternet versorgt werden.

Wie lange die Auktion letztlich dauern wird, ist laut Behördenpräsident Matthias Kurth nicht einzuschätzen. Dies dürfte auch an den relativ komplexen Modalitäten der Versteigerung liegen. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass bei der Aktion mit einer Rekordeinnahme gerechnet werden kann. Bei der UMTS-Versteigerung im Jahr 2000 waren Einnahmen von rund 50 Milliarden Euro verbucht worden. Experten rechnen dieses Mal mit einer Summe zwischen drei Milliarden und acht Milliarden Euro.

Derweil erwarten Verbraucherschützer durch die Nutzung der Mobilfunkfrequenzen massive Störungen des terrestrischen Digitalfernsehens (DVB-T). "Die Störungen sind ein völlig ungelöstes Problem, das der Netzagentur ziemlich egal zu sein scheint", sagte Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel". Der Verbraucherschützer fordert, bevor die neuen Frequenzen genutzt werden, müsse zumindest die Verantwortung für mögliche Störfälle festgelegt werden.

manager magazin mit Material von ddp