Donnerstag, 22. August 2019

IT-Manager Zwischen Technik und Wirtschaftlichkeit

CIOs müssen sich entscheiden: Kümmern sie sich weiter nur um die IT, oder lassen sie sich am wirtschaftlichen Erfolg messen? Forrester hat Richtlinien für IT-Verantwortliche zusammengetragen, die sich der Frage stellen wollen.

München - Die Diskussionen um eine stärkere Verantwortung der IT für den Geschäftserfolg füllen Bände. Mit der stärkeren wirtschaftlichen Ausrichtung der IT wandelt sich die Rolle des CIO, weil seine IT nicht einfach nur mehr da ist und Geld kostet, sondern gefordert ist, einen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Seit Längerem versuchen die Marktforscher von Forrester Research, in dieser Diskussion die Worthoheit zu erlangen. Forrester-Gründer George Colony hat als einer der ersten dafür den Begriff Business Technology (BT) geprägt, den er statt des Terminus Informationstechnologie zu verwenden rät.

"Der Job des CIO ist der schwerste im ganzen Unternehmen"
Bei BT, so Colony, gehe es darum, den Gebrauch von Technik nicht mit Technologiemaßstäben zu bewerten, sondern nach wirtschaftlichen Kriterien. Anders gesagt: Ob Technik gut fürs Unternehmen ist, misst sich nicht zum Beispiel nach Verfügbarkeitszeiten der Server, sondern nach dem Return on Investment (ROI) einer IT-Investition im Unternehmen.

Das Besetzen von Begriffen dient dabei nicht nur der Deutungshoheit. "Wer auch nur dieses eine Wort von Informationstechnologie zu Business-Technologie ändert, beginnt auch die Art zu verändern, wie IT-Fachkräfte arbeiten", hofft Colony. "Mit einem Business-Fokus werden sie Technologie als Ganzes begreifen und verstehen, was sie für den Geschäftserfolg bedeutet."

So bestechend dieses Ziel auch sein mag; mit dem Ergebnis seiner Bemühungen ist George Colony noch längst nicht zufrieden: "Das Umdenken in den IT-Abteilungen passiert langsamer als ich dachte", klagt der Analyst, nimmt aber gleichzeitig die CIOs in Schutz: "Der Job ist der schwerste im ganzen Unternehmen, weil Dinge kaputt gehen können. Wenn die IT ausfällt, kann das innerhalb von Minuten im schlimmsten Falle Millionenschäden hervorrufen". Auch bei kleineren Unternehmen weiß man um die Verantwortung der CIOs. Ohne IT geht nichts, und wenn die IT nicht funktioniert, dann liegt das Geschäft brach.

Aber es hilft nichts: Die CIOs müssen sich dem Thema öffnen, sonst drohen sie abgehängt zu werden. Erstmals in der Geschichte der IT gibt es Technologien, die im Unternehmen ohne die IT-Abteilung eingeführt werden können: Web 2.0 mit Blogs und Twitter macht die Marketingabteilung, Business Intelligence also die Geschäftsanalytik, scheint bei Finance besser aufgehoben zu sein und mitunter - etwa in Krankenhäusern - arbeiten ganze Abteilungen mit Informationstechnologien, ohne die IT-Abteilung auch nur zu fragen.

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