Prognose Samsung lässt die Branche hoffen

Mit einer optimistischen Prognose hat der Elektronikkonzern Samsung Hoffnung auf ein erfolgreiches Jahr in der Branche ausgelöst. Für das vierte Quartal rechnet der Konzern mit einem deutlich besseren Ergebnis als bislang. Zudem steigen die Südkoreaner nun in den E-Reader-Markt ein.

Seoul - Samsung erwartet im Geschäft mit Flachbildschirmfernsehern ein Umsatzwachstum von etwa 30 Prozent im laufenden Jahr. Ingesamt will Südkoreas größtes Unternehmen 35 Millionen LCD-Fernseher verkaufen. Samsung ist der weltweit führende Hersteller von Flachbildschirm-Fernsehern und Computerspeicher-Chips und profitiert daher besonders von einer starken Nachfrage in diesen Geschäftsfeldern.

Für das abgelaufene vierte Quartal 2009 rechnet Samsung mit einem besseren Ergebnis als bislang gedacht. Der konsolidierte operative Gewinn dürfte bei umgerechnet 2,3 Milliarden Euro (3,7 Billionen Won) liegen, teilte das Unternehmen mit. Das entspräche im Jahresvergleich einer deutlichen Steigerung.

Im vierten Quartal 2008 hatte der Elektronikriese noch rote Zahlen geschrieben hatte. Im dritten Vierteljahr 2009 lag der Gewinn allerdings noch höher bei 2,6 Milliarden Euro. Beim Konzernumsatz geht Samsung im abgelaufenen Quartal mit knapp 24 Milliarden Euro von einem Rekord aus. Offiziell will Samsung die Zahlen im Laufe dieses Monats bekannt gegeben werden.

Die Samsung-Aktie  hat im abgelaufenen Jahr 77 Prozent zugelegt und entwickelte sich damit deutlich besser als der Markt. Nach dem Rekordhoch am Mittwoch schloss das Papier am Donnerstag 2,5 Prozent schwächer.

Google-Kooperation bei E-Reader

Daneben gab Samsung bekannt, gemeinsam mit Google  in den Markt der elektronischen Bücher (E-Reader) einzusteigen. Der präsentierte auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas am Mittwoch (Ortszeit) zwei E-Reader mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen. Mit den Samsung-Geräten soll man auf die gigantische digitale Bibliothek von Google Books zugreifen können, für die der Suchmaschinengigant über eine Millionen Titel eingescannt hat.

Das Projekt Google Books ist umstritten, da der US-Konzern massenhaft Bücher großer akademischer Bibliotheken ohne Zustimmung der Rechteinhaber digitalisiert hat. Google selbst verteidigt das Projekt als den Versuch, das in Büchern gespeicherte Wissen der Welt einem möglichst großen Teil der Menschheit zugänglich machen zu wollen.

Beim Bildschirm der E-Reader setzt Samsung auf die Technologie "E-Ink", die auch beim Amazon Kindle oder dem Sony Reader eingesetzt wird. Über Wifi und Bluetooth können die Samsung-E-Reader mit dem Internet verbunden werden. Im Gegensatz zum Kindle verfügen die Samsung-Geräte allerdings nicht über eine Mobilfunkverbindung (UMTS/GPRS). Mit einem Stift können Anwender auf dem E-Reader Notizen direkt auf den Bildschirm schreiben. Weiterhin können Texte über eine virtuelle Tastatur eingegeben werden.

Das Samsung E6 mit einem Sechs-Zoll-Bildschirm soll in den USA 400 Dollar kosten, für das größere E101 mit einem Zehn-Zoll-Display verlangt Samsung sogar 700 Dollar. Diese Beträge liegen deutlich über den Preisen der Mitbewerber, die aber in der Regel auch weniger Leistungsmerkmale bieten. In den USA sollen die E-Books von Samsung im "Frühjahr 2010" auf den Markt kommen. Für den Marktstart in Europa wurden auf der CES keine Zeiträume genannt.

manager magazin mit Material von dpa und reuters