Skiff Reader Das E-Book mit dem Biege-Bildschirm

Er ist größer und dünner als alle anderen E-Book-Lesegeräte: der Skiff Reader. Auf der CES in Las Vegas wird das Gerät erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Reichlich Publikum ist ihm garantiert, denn er wetzt viele Scharten aus, die bisherige E-Book-Reader hinterlassen haben.

Der Skiff Reader beweist Größe. Mit einer Diagonale von 11,5 Zoll, umgerechnet 29 Zentimeter, ist sein Display rund doppelt so groß wie die Bildschirmchen populärer Konkurrenzmodelle, wie dem Amazon Kindle oder dem Sony PRS-505 (jeweils 15,2 Zentimeter). Doch Größe ist nicht das Einzige, womit der Skiff auftrumpfen kann. Bestechend ist vor allem die Flexibilität seines Displays, das auf einer neuen, ganz anderen Technik basiert, als die e-Ink-Displays aller bekannten E-Book-Reader. Statt Glas nutzt der Skiff-Bildschirm eine Metallfolie als Trägermedium. Das macht ihn gegenüber der Konkurrenz so flexibel und gleichzeitig dünn. Nur sieben Millimeter dick ist der Bildschirm, lässt sich mühelos verbiegen ohne Schaden zu nehmen. Das, so der Hersteller, sei ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Lesegeräten, deren Glasbildschirme unflexibel und eben deshalb sehr empfindlich seien.

Abgesehen davon dürfte Anwender des Skiff aber vor allem die hohe Auflösung des Biege-Bildschirms auffallen. Mit 1200 mal 1600 Bildpunkten liegt die weit höher als bei jedem anderen E-Book-Reader. Das Resultat sollen besonders fein gezeichnete Buchstaben und Grafiken sein. Und auch für die Bedienung der E-Book-Funktionen ist das Display unersetzlich, da es als Touchscreen arbeitet, also Befehle per Fingerzeig entgegen nimmt. Dass soll intuitiver und schneller funktionieren als die bei den meisten anderen Modellen übliche Steuerung über Funktionstasten.

Der Skiff kann vieles, aber nicht alles, besser als ein Kindle

Mit Inhalten lässt sich der Skiff drahtlos befüllen. Dabei ist vorgesehen, dass er sich, wo verfügbar in W-Lan-Netze einklinkt, unterwegs via UMTS mit dem Internet Verbindung aufnimmt. Hersteller Skiff hat dazu ein mehrjähriges Abkommen mit dem US-Netzbetreiber Sprint abgeschlossen. Ähnlich wie beim Kindle werden sich Anwender also ohne Zusatzkosten des UMTS-Netzes bedienen können.

Bücher, Zeitungen und Magazine sollen Skiff-User über einen eigens dafür eingerichteten Online-Buchshop kaufen können. Als Content-Partner hat sich die Firma das US-Medienhaus Hearst ins Boot geholt. Darüber, welche Dateiformate der Reader verarbeiten kann, gibt es noch keine Angaben. Der Speicher allerdings ist mit vier Gigabyte bemessen, kann via SD-Kartensteckplatz erweitert werden. Zudem steht eine USB-Buchse für Dateiübertragungen bereit.

Zu welchem Preis der Skiff Reader in den Handel kommen wird, hat Hersteller Skiff bislang noch nicht bekanntgegeben. Klar ist allerdings, dass das Gerät auch als Vorzeigeobjekt für den Skiff-Service dienen soll, einen Online-Dienst, über den das Unternehmen Medieninhalte nicht nur für den Skiff Reader, sondern auch für Smartphones, Tablet-PC und andere Computer vermarkten will. Klar ist außerdem, dass der Skiff vorerst dem nordamerikanischen Markt vorbehalten bleibt. Die Bindung an den Mobilfunk-Provider Sprint macht den Verkauf im Ausland unmöglich - genau wie einst beim Kindle.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.