Mobilfunkfrequenzen Versteigerung gegen alle Widerstände

Die Bundesnetzagentur hält trotz Protesten aus der Branche und von der EU an ihrem Zeitplan für die Auktion von Mobilfunkfrequenzen fest. "Die Versteigerung ist für das zweite Quartal 2010 geplant", sagte Behördenpräsident Matthias Kurth. E-Plus und O2 klagen, die EU droht mit einem Verfahren.

Düsseldorf - Von Seiten der EU könnte auf die Behörde ein Vertragsverletzungsverfahren zukommen. Deutschlands Chefregulierer sieht jedoch keinen Anlass zur Beunruhigung. "Wir haben mit allem, was jetzt passiert, gerechnet", sagte Kurth am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf.

Auch die beiden Mobilfunkanbieter E-Plus und O2 fürchten, durch die Auktion im Wettbewerb mit den großen Anbietern T-Mobile und Vodafone  ins Hintertreffen zu geraten und klagten deshalb. E-Plus und O2 hatten für eine Umverteilung von Frequenzen plädiert, mit denen die großen Anbieter Vodafone und T-Mobile besser ausgestattet sind, und dafür, diese auch für die Datenübertragung freizugeben. Kurth will dieses Thema aber bei der Auktion ausklammern. Diese Frequenzen seien bis 2016 verbindlich zugeteilt. Die Behörde werde aber eine Flexibilisierung der Frequenzen prüfen, sollten Anträge von Unternehmen kommen, sagte er.

Anfang kommenden Jahres sollen daneben die Gebühren festgelegt werden, die die Deutschen Telekom  für den Zugang von Wettwerbern zu ihrer Infrastruktur verlangen darf, damit diese selbst Hochgeschwindigkeitsnetze (VDSL) bauen können. Eine freiwillige Einigung hierüber war gescheitert. Eine Regulierung des Preises für die Anmietung der VDSL-Leitung der Telekom sei nicht vorgesehen, sagte Kurth. Auf ihn hatte sich der Bonner Konzern mit den Konkurrenten Vodafone und United Internet  verständigt.

manager magazin mit Material von reuters