Nokia/Siemens NSN baut auf Unterstützung der Mutterkonzerne

Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks ist sich des Rückhalts von Nokia und Siemens sicher. "Wir haben die volle Unterstützung unserer Muttergesellschaften", sagte Rajeev Suri, der seit Oktober Chef des Gemeinschaftsunternehmens von Nokia und Siemens ist.

München - Beide Unternehmen hatten in ihren jüngsten Quartalszahlen milliardenschwere Abschreibungen auf den Firmenwert der Tochter vorgenommen. Danach waren Spekulationen aufgekommen, dass zumindest Siemens  aussteigen wolle.

In einem aktuellen Brief an die Kunden von Nokia Siemens Networks (NSN) stellten Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo und der Siemens-Finanzchef Joe Kaeser nun klar, dass sie hinter ihrem 2007 gegründeten Gemeinschaftsprojekt stehen. Man habe erst vor kurzem Kapital beigesteuert und sei in der Lage, das auch in der Zukunft zu tun, hieß es darin.

An Liquidität mangelt es NSN in der Tat nicht. Neben dem Geld von Siemens und Nokia  verfügt der Netzwerkausrüster derzeit über Kreditlinien von 2,2 Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon wurde nach den Worten von Suri am Mittwochabend vor Journalisten in München bislang gezogen, für welche Zwecke wollte der NSN-Chef nicht sagen. Im Bieterkampf um die Zerschlagung des nordamerikanischen Konkurrenten Nortel ging NSN zuletzt leer aus.

NSN schrieb zuletzt tiefrote Zahlen, die Umsätze brachen um fast ein Fünftel ein. Vor gut einem Monat kündigte der neue NSN-Chef deshalb einen großen Umbauplan an. Im kommenden Jahr will er den Marktanteil seines Unternehmens steigern und stärker wachsen als der weltweite Ausrüstermarkt. Für die Branche erwartet er nach einem Umsatzrückgang in diesem Jahr eine stabile Entwicklung. "Wir hatten zuletzt eine ziemlich gute Auftragslage", begründete Suri seinen Optimismus.

Doch die Pläne von Suri gehen noch weiter: "Wir wollen die Kostenführerschaft in der Branche übernehmen." Den reinen Preiskampf, der vor allem von der chinesischen Konkurrenz ausgeht, will Suri allerdings nicht mitmachen. Vielmehr will der NSN-Chef sich durch Beratung und Dienstleistung abheben.

Außerdem wird im eigenen Unternehmen noch einmal der Rotstift angesetzt: Um jährlich rund eine halbe Milliarde Euro will NSN die Betriebskosten bis 2011 drücken. Mindestens noch einmal soviel soll durch den günstigeren Einkauf von Material und Leistungen gespart werden. Und auch die Belegschaft von NSN steht wieder vor neuen Einschnitten. 7 bis 9 Prozent der weltweit 64.000 Mitarbeiter sollen ihre Jobs verlieren. In welchen Regionen die Arbeitsplätze gestrichen werden, stehe immer noch nicht fest, sagte Suri.

NSN beschäftigt in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter. Doch die Wachstumsregionen sieht Suri woanders: Die USA, Japan, China, Indien, aber auch Brasilien und Russland seien die Kernmärkte, in denen NSN Marktanteile erobern wolle.

manager-magazin.de mit Material der dpa