Medienkrise Google macht Angebot für Bezahlinhalte

Google hat Amerikas Zeitungsverlegern einen Kompromiss angeboten. Das Unternehmen erwäge, Nutzern künftig nur einen begrenzten Zugang zu kostenlosen Texten auf seiner eigenen Nachrichtenseite zu gewähren und dann auf bezahlpflichtige Artikel der Verlage weiterzuleiten. Auch reine Abonnementzeitschriften sollen profitieren.

New York - Das US-Unternehmen Google  hat einen Schwenk in seiner Konkurrenz zu Verlagen angedeutet. Das Google-Programm "First Click Free" biete Zeitschriftenanbietern die Möglichkeit, ihre Inhalte künftig selbst zu bewerben und die eigentliche Nachrichtenquelle zu testen - nämlich die Verlage, und nicht Google. Das teilte Google-News-Chef Josh Cohen am Mittwoch in seinem Blog mit.

So sollen zum Beispiel Nutzer nur eine gewisse Anzahl der gelisteten Nachrichten einer Zeitung kostenlos lesen können, für weitere Abrufe aber bezahlen müssen.

Anbieter könnten bis zu fünf Klicks pro Tag für Nutzer freigeschaltet und dann auf ein bezahlpflichtiges Angebot weitergeleitet werden. Zeitungen, die ihr Angebot komplett nur im Abonnement anbieten, könnten bei Google News auch entsprechende Vorschauseiten suchen lassen. So würde zu bestimmten Nachrichten nur eine Seite mit Überschrift und dem erste Absatz gelistet werden. Google würde diese Seiten in Google News als abonnementpflichtig kennzeichnen.

Nachrichten im Internet haben inmitten der Medienkrise zuletzt zu immer heftigeren Debatten um die Zukunft der Zeitungslandschaft und die Präsentation der Artikel im Internet geführt, die zu Lasten der Nachrichten- und Analysehause geht, den Verlagen. US-Medien-Mogul Rupert Murdoch hatte Google deshalb mehrfach "Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen."

Vor rund zehn Tagen war bekanntgeworden, dass Murdoch, dem unter anderem auch das "Wall Street Journal" gehört, gegen Google den Schulterschluss mit Microsoft und dessen neuer Suchmaschine Bing erwägt. Im Gespräch soll ein exklusiver Deal mit dem Softwarehersteller sein, Nachrichten künftig nur noch über Bing zur Verfügung zu stellen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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