SAP-Chef Apotheker sieht "große Wachstumswelle"

Nach Monaten kräftiger Absatzeinbußen sieht SAP-Chef Leo Apotheker die Zukunft des Dax-Konzerns äußerst optimistisch: Das Dax-Unternehmen stehe vor einer "großen Wachstumswelle". Dazu beitragen sollen etwa eine steigende Zahl an Rahmenverträgen und eine neue Datenbanktechnik.

Berlin - "In den nächsten zehn Jahren sehe ich für die SAP viel Gutes kommen", sagte Konzernchef Leo Apotheker am Dienstag in Berlin. Das Dax-Unternehmen stehe vor einer "großen Wachstumswelle". Er warnte aber vor vorschneller Euphorie. "Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei." Er sei sich nicht sicher, ob man schon von einem Aufschwung sprechen könne. "Ich glaube aber, das schlimmste ist hinter uns."

Um die sparsamer gewordenen Kunden an sich zu binden und neue Abnehmer zu ködern, will SAP  flexiblere Angebote machen, wie Apotheker ankündigte. SAP werde künftig die Kunden entscheiden lassen, ob sie Software mieten oder kaufen.

SAP war viele Jahre zweistellige Zuwachsraten im Geschäft mit Unternehmenssoftware gewöhnt und spürt nun, dass die Firmen ihre Ausgaben für Informationstechnik straffen. "Kunden investieren heute anders in Software", sagte der seit Sommer an der Spitze von SAP stehende Apotheker. Sie forderten mehr Flexibilität und höheres Tempo. Um kontinuierlichere Einnahmen zu erwirtschaften, will der Walldorfer Konzern nun mehr Kunden für langjährige Rahmenverträge gewinnen und künftig mehr kleinere Verträge abschließen.

Das bisher von Großkunden und dem Software-Lizenzverkauf dominierte Geschäft wird sich in Zukunft stärker hin zu mittelständischen Firmen verschieben. Für diese Gruppe wird seit Jahren mit hohem Aufwand die Mittelstandssoftware Business by Design entwickelt. Der Vertrieb dieser Mietsoftware hat sich aber wegen hoher Kosten verzögert. Nun soll der Verkauf im kommenden Jahr auf breiterer Basis starten und für stabile Einnahmen sorgen.

Verlässliche Einkünfte sichert sich der 1972 gegründete Konzern auch mit der Wartung seiner Software bei den Unternehmenskunden. Apotheker verteidigte die von zahlreichen Abnehmern kritisierten Pläne, künftig mehr Geld dafür zu verlangen. "Die Kunden wissen, dass wir nach zehn Jahren Preisstabilität die Kosten für den Standard-Support anpassen müssen", sagte Apotheker. SAP habe Nachholbedarf bei der Rentabilität gegenüber Wettbewerbern wie IBM  oder Microsoft . Mit dem ebenfalls rentableren Wettbewerber Oracle  liegt SAP seit Jahren im Clinch, 2010 beginnt voraussichtlich in den USA ein Prozess gegen die Walldorfer wegen Diebstahls von Softwarecodes.

Im harten Wettbewerb mit Oracle um die Firmenkunden will SAP mit einer neuen Datenbanktechnologie punkten, die zusammen mit dem Chiphersteller Intel entwickelt wurde. Dadurch könnten Daten künftig in Echtzeit verarbeitet werden, Datenzugriffe seien 10.000-mal schneller möglich, sagte SAP-Chef Apotheker.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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