Panasonic/Samsung/Sony Elektronikbranche vor dem Aufschwung

Panasonic sieht sich auf dem Weg der Erholung und rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem geringeren Nettoverlust als gedacht. Auch der Konkurrent Sony steht besser da, Samsung verdient ebenfalls mehr Geld. Jetzt hofft die Elektronikbranche auf die herbeigesehnte Aufwärtswende.

Tokio - Die japanischen Elektroriesen Panasonic  und Sony  haben zuletzt bessere Geschäfte gemacht als in den Monaten zuvor. Grund dafür waren sowohl höhere Nachfrage nach ihren Elektronikwaren als auch Kostensenkungen. Auch der koreanische Chiphersteller Samsung steht wieder besser da. Jetzt hofft die Branche auf eine Trendwende vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft.

"Der Aufschwung der globalen IT-Branche wird im kommenden Jahr von jenen Sparten angeführt werden, die zuletzt besonders stark unter der Wirtschaftskrise gelitten haben. Besonders deutlich dürfte sich die Chipbranche erholen", sagte Lee Hak-Moo von Mirae Asset Securities.

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic hat bereits jetzt nach drei Quartalsverlusten in Folge wieder schwarze Zahlen geschrieben und hat seine Prognose für das Geschäftsjahr angehoben. Der operative Gewinn lag im zweiten Quartal bei umgerechnet rund 364 Millionen Euro (49,1 Milliarden Yen) nach 878 Millionen Euro vor einem Jahr, wie der weltgrößte Plasma-TV-Hersteller am Freitag mitteilte. Dabei profitierte Panasonic vor allem von soliden Verkaufszahlen von hochwertigen DVD-Rekordern.

Auf dem Heimatmarkt kam dem Hersteller von "Viera"-Fernsehern und "Lumix"-Digitalkameras eine Regierungsinitiative zum Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten zugute. Vor allem Panasonics Kühlschränke erfreuten sich hier einer starken Nachfrage. Für das bis Ende März 2010 gehende Geschäftsjahr schraubte der Konzern seine Prognose um 60 Prozent nach oben und rechnet nun mit einem operativen Gewinn von knapp 890 Millionen Euro.

Panasonic feilt derzeit an einer milliardenschweren Übernahme seines Rivalen Sanyo und will damit Sony im Kampf um die Weltmarktführung bei Unterhaltungselektronik stärker bedrängen. Sony steckt wegen einer schwachen Handy-Nachfrage und Preissenkungen für seine Spielekonsole "Playstation 3" allerdings in den roten Zahlen fest.

Voran geht es zudem bei Sony. Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr dank Kostensenkungen mit einem geringeren Verlust als bislang gedacht. Wie der Playstation-Hersteller am Freitag bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März 2010 unter dem Strich ein Fehlbetrag von nur noch 95 Milliarden Yen anfallen, das sind umgerechnet 708 Millionen Euro. Bisher war Sony von 120 Milliarden Yen Verlust ausgegangen. Sony-Chef Howard Stringer hatte ein umfangreiches Paket zur Neuorganisation des Elektronik-Konzerns auf den Weg gebracht, dem auch rund 16 000 Arbeitsplätze und mehrere Fabriken zum Opfer fallen.

In der Sparte für Verbraucherprodukte, die Sonys Fernseher, Kameras und Halbleiter herstellt, ließ der starke Yen den Betriebsgewinn drastisch um 86,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Yen abschmelzen bei einem Umsatzrückgang um 36,5 Prozent. Im Geschäftsbereich Networked Products, in dem auch Sonys Spielekonsole Playstation sowie Vaio Computer und der Walkman hergestellt werden, wurde im Berichtsquartal ein operativer Verlust von 58,8 Milliarden Yen verbucht nach einem Minus im Vorjahr von 40,6 Milliarden Yen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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