SchülerVZ Erneut tausende Daten geklaut

Schon wieder sind Daten von SchülerVZ in Umlauf gekommen. Rund 100.000 Datensätze von Mitgliedern des sozialen Online-Netzwerks wurden der Berliner Verbraucherzentrale zugespielt.

Berlin - Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) teilte mit, ihm seien 100.000 Datensätze von SchülerVZ-Mitgliedern übergeben worden. Nach Angaben des SchülerVZ-Betreibers VZ-Netzwerke ist die Sicherheitslücke bereits geschlossen worden. Dem vzbv zufolge wurden die Daten zunächst dem Blog netzpolitik.org zugespielt. Von dort wurden die Datensätze demnach an den vzbv weitergereicht. Der vzbv wiederum habe sie dem Berliner Datenschutzbeauftragten zusammen mit einem Programm übergeben, mit dem die Daten angeblich gehackt wurden.

Der "Beschaffer" der Daten habe dem vzbv zufolge erklärt, die Datensätze nicht veröffentlichen zu wollen. Vielmehr sei sein Anliegen, über mangelnde technische Sicherheitsvorkehrungen und die grundsätzliche Unsicherheit von Daten in sozialen Netzwerken aufzuklären.

Bei sozialen Netzwerken können Nutzer ein eigenes Profil anlegen und sich mit Freunden und Bekannten vernetzen. Auch können sie auf den Internetportalen etwa Fotos und Videos veröffentlichen. Nach Angaben des vzbv sind in den jetzt aufgetauchten Datensätzen sensible personenbezogene Daten enthalten, etwa Geburtsdaten und Angaben zur politischen Einstellung. Darunter seien auch Daten von Mitgliedern, die ihre Angaben nur für Freunde sichtbar in dem Netzwerk veröffentlicht hätten

VZ-Netzwerke, das neben SchülerVZ auch StudiVZ und MeinVZ betreibt, erklärte, die Daten seien älter. Die Sicherheitslücke, die das Abrufen möglich gemacht habe, sei bereits im Juli dieses Jahres geschlossen worden. Das Unternehmen habe nun aber festgestellt, dass die Wahlmöglichkeiten der Nutzer zum Schutz von Geburtsdaten hätten missverstanden werden können. Dies sollte noch am Mittwoch behoben werden. Außerdem sollten als Sicherheitsmaßnahme im Laufe des Tages alle Kennnummern der Nutzer erneuert werden.

Bei SchülerVZ waren erst kürzlich persönliche Daten von womöglich bis zu einer Million junger Menschen illegal kopiert und weitergegeben worden. Der inzwischen festgenommene Datendieb wollte von dem sozialen Netzwerk nach Angaben der Staatsanwaltschaft Geld erpressen. Die VZ-Netzwerke zählen nach eigenen Angaben über 15 Millionen Mitglieder. Insgesamt sind in Deutschland dem Branchenverband Bitkom zufolge mehr als 26 Millionen Menschen Mitglieder in sozialen Netzwerken.

manager-magazin.de mit Material von afp

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