Süddeutscher Verlag Stellenabbau angekündigt

Bei der "Süddeutschen Zeitung" und dem Süddeutschen Verlag steht ein weiterer Stellenabbau bevor. Betroffen sind sowohl die "SZ"-Redaktion als auch Verlagsabteilungen.

München - Auf der Betriebsversammlung am Dienstag war den Mitarbeitern der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) der erneute Stellenabbau angekündigt worden, berichtet die "SZ" am Mittwoch in eigener Sache. Der Verlag reagiere "auf Anzeigenkrise und Umsatzeinbrüche mit betriebsbedingten Kündigungen", steht dort geschrieben.

Detlef Haaks, der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags habe neben Einsparungen bei den Sachkosten auch den Abbau von 30 Arbeitsplätzen in Verlagsabteilungen angekündigt. Dort sind derzeit rund 600 Mitarbeiter beschäftigt. Damit seien fünf Prozent der betreffenden Belegschaft vom Arbeitsplatzabbau betroffen.

Das traditionsreiche Verlagshaus leidet unter dem rückläufigen Anzeigenmarkt und rechnet dieses Jahr offenbar mit acht bis zehn Millionen Euro Verlust. Da das Management auf der Mitarbeiterversammlung betont, nächste Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, müsse in etwa diese Summe eingespart werden.

Die Einzelheiten sollen dem "SZ"-Bericht zufolge in den nächsten Wochen verhandelt werden, dabei werde nach "sozialverträglichen Lösungen" gesucht. Auch die Redaktion der "SZ" kommt nicht ungeschoren weg. Haak kündigte ebenfalls für diesen Bereich betriebsbedingte Kündigungen an, schreibt das Blatt. Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt, die Geschäftsführung verwies auf laufende Gespräche mit der Chefredaktion. Der "Tagesspiegel" berichtet, dass in der Redaktion ebenfalls 30 Stellen wegfallen sollen.

Laut Konzernbetriebsrat Harald Pürzel wollen die Journalisten der "SZ" jedoch ein eigenes Sparkonzept ausarbeiten, um einen Arbeitsplatzabbau zu vermeiden. "Wir erwarten, dass die Verlagsspitze zur Wahrung der journalistischen Qualität auf Gewinne verzichtet", sagte er. Und die nach Ansicht des Managements überzähligen Stellen könnten die nächsten Jahre langsam abgebaut werden, etwa indem Mitarbeiter in Rente gingen. Es müsse nicht auf Kündigungen hinauslaufen.

Laut "SZ"-Bericht sei es das erklärte Ziel des Verlages allerdings, eine Beschädigung der lokalen und überregionalen Spitzenstellung der "SZ" zu verhindern. In der Redaktion sind derzeit noch rund 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Vor einem Jahr hatte der Besitzer des Münchner Verlags, die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH), mit großzügigen Abfindungen 70 Angestellte des Zeitungshauses zum Ausscheiden bewegt; insgesamt fielen 90 Stellen weg. Die SWMH, die auch die "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und den "Schwarzwälder Boten" herausgibt, war 2003 beim Süddeutschen Verlag eingestiegen und hatte vor einem Jahr die Mehrheit übernommen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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