Prognose gesenkt Konsumflaute setzt Loewe zu

Die Verbraucher gönnen sich in der Krise weniger hochpreisige Fernseher - darunter leidet der oberfränkische Elektronikkonzern Loewe. Das Unternehmen senkt seine Umsatzprognose deutlich. Die Aktie rutscht ab.

München - Ein schwaches Auslandsgeschäft und eine Produktverschiebung durchkreuzen die Ziele des TV-Herstellers Loewe . Das Unternehmen aus dem fränkischen Kronach erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatzrückgang.

Vor allem im wichtigen spanischen Markt bricht die Nachfrage ein. Außerdem muss Loewe im Weihnachtsgeschäft auf ein neues Produkt verzichten, dessen Markteinführung sich verzögert. Der Kurs der im Kleinwerteindex SDax  notierten Loewe-Aktie rutschte am Dienstag um 8 Prozent ab.

Die Erlöse erwartet das Management für 2009 nun mit 350 Millionen Euro. Damit verabschiedete es sich von der noch Ende August bekräftigten Vorgabe, wieder mindestens 374 Millionen zu erreichen.

Der operative Gewinn (Ebit) dürfte dem Unternehmen zufolge auf rund zwölf Millionen Euro fallen. Im Vorjahr hatte es mehr als das Doppelte verdient. Im abgelaufenen Quartal halbierte sich das Ebit auf 3,2 Millionen Euro. Die Erlöse fielen im Vorjahresvergleich um 3 Prozent auf 76,6 Millionen, der Export in andere europäische Länder ging um 18 Prozent zurück.

Loewe kämpft ähnlich wie sein dänischer Rivale Bang & Olufsen vor allem im Ausland mit sinkender Kauflust der Verbraucher. Besonders die TV- und fußballbegeisterten Spanier leiden stark unter der Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit.

Zudem verschiebt Loewe erneut den Produktionsstart für die Audio/Video-Anlage "Mediacenter", dieser kommt nun voraussichtlich erst im Frühjahr 2010. Das mindestens 2800 Euro teure Gerät füttert Fernseher und Lautsprecher mit digitalen Medien der neuesten Generationen und soll die Erlöse ankurbeln.

Analysten zeigten sich wenig überrascht von der reduzierten Umsatzerwartung. Die implizite Senkung der Gewinnprognose für das laufende Quartal sei dagegen eine Enttäuschung, urteilte Equinet-Analyst Ingbert Faust.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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