E-Plus Billigstrategie lässt Umsatz purzeln

Mehr Kunden, weniger Umsatz: Der Mobilfunkanbieter E-Plus leidet unter dem Preisverfall in der Branche. Trotzdem gelingt es den Düsseldorfern, das Ergebnis zu steigern.

Düsseldorf/Amsterdam - Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus kann sich trotz sinkender Umsätze auch in der Konjunkturkrise behaupten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 347 Millionen Euro.

Die Zahl der E-Plus-Kunden kletterte um 10 Prozent auf 18,7 Millionen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Grund für die insgesamt positive Entwicklung der Gruppe ist vor allem die Discount-Strategie des zum niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN  gehörenden Unternehmens. Die Nachfrage nach Angeboten der Eigenmarken und Kooperationspartner des Konzerns sei anhaltend gut, erklärte E-Plus. Zu den E-Plus-Ablegern zählen unter anderem die Billiganbieter Simyo oder Base.

Allerdings ging der Umsatz des Mobilfunkanbieters im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent auf 819 Millionen Euro zurück. Verantwortlich dafür sei vor allem die Absenkung der Terminierungsentgelte seit April, erklärte das Unternehmen. Deutlich zulegen will E-Plus nach eigenen Angaben im kommenden Jahr bei den Serviceumsätzen. "Die Profitabilität ist und bleibt für die E-Plus-Gruppe im Fokus", sagte Unternehmenschef Thorsten Dirks.

Um das Wachstum langfristig voranzutreiben, soll zudem stark in den Netzausbau und in den Aufbau schnellerer Datennetze investiert werden. Dazu prüfe das Unternehmen auch eine Klage gegen die Bundesnetzagentur, um sich gegen das ihrer Ansicht nach ungerechte Vergabeverfahren bei der für 2010 geplanten Versteigerung von Frequenzen zu wehren.

Dank seines strikten Sparprogramms konnte auch der niederländische Mutterkonzern KPN im dritten Quartal eine Gewinnsteigerung verbuchen. Unterm Streich verdiente das Unternehmen 395 Millionen Euro nach rund 353 Millionen Euro im Vorjahr. Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bezifferte KPN auf rund 1,33 Milliarden Euro.

Die Umsätze fielen allerdings um knapp neun Prozent auf 3,33 Milliarden Euro, was nach Unternehmensangaben auch auf einen aufgegebenen Bereich in der Geschäftskundensparte zurückzuführen ist. Um Kosten zu sparen, hat die E-Plus-Mutter KPN im dritten Quartal 952 Arbeitsplätze abgebaut und beschäftigt nun weltweit noch 34.550 Menschen.

manager-magazin.de mit Material von ap

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