Ericsson Nachfrage schwächelt

Die Wirtschaftskrise hat den schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson im dritten Quartal ausgebremst. Besonders in den Schwellenländern fahren die Telekomkonzerne derzeit den Ausbau ihrer Netze zurück.

Stockholm - Die Nachfrage nach Netzinfrastruktur sei zurückgegangen, erklärte Carl-Henric Svanberg, Chef von Ericsson . Die starke Entwicklung bei den Dienstleistungen für Telekomanbieter halte aber genauso an an wie das weltweite Mobilfunkwachstum.

Telekommunikationsunternehmen würden vor allem in Schwellenländern, in denen die Kreditlage noch angespannter ist, die Ausgaben für neue Netze deutlich zurückfahren. In Lateinamerika sei der Umsatz um 18 Prozent eingebrochen, in Zentral- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika um 11 Prozent. In führenden Industriestaaten wie China, Indien, den USA und Japan entwickele sich das Geschäft aber noch gut, berichtete Svanberg. Hier hilft Ericsson vor allem die steigende Nachfrage nach Mobilfunknetzen und mobilen Breitbandverbindungen.

Geld verdient Ericsson derzeit vor allem mit Dienstleistungen für Betreiber von Telekommunikationsdiensten: Ericsson hatte im dritten Quartal unter anderem neue Großaufträge vom US-Telekomkonzern Sprint Nextel  und dem kuwaitischen Betreiber Zain gewonnen, der die Mobilfunknetze in vielen afrikanischen Staaten betreibt. Immer mehr Unternehmen lassen ihre Netze von Netzwerkausrüstern managen, um Kosten zu sparen.

Im abgelaufenen Quartal konnte das Servicegeschäft den Rückgang beim Verkauf von Netzinfrastrukturen nicht ausgleichen. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 46,4 Milliarden Kronen (rund 450 Millionen Euro). Im Stammgeschäft von Netzwerken für die Telekommunikation ging das operative Ergebnis um 3 Prozent auf 5,5 Milliarden Kronen zurück.

Auch die Beteiligungen im Mobilfunkgeschäft belasteten Ericsson erneut stark: Das Handy-Joint-Venture Sony Ericsson steckt weiterhin in roten Zahlen, und das neu gegründete Chip-Gemeinschaftsunternehmen ST-Ericsson liefert bislang ebenfalls nur Verluste. Mit 800 Millionen schwedischen Kronen verdienten die Schweden unterm Strich weitaus weniger als im Vorjahreszeitraum. Damals hatte der Nettogewinn noch 2,9 Milliarden Kronen betragen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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