Sanierung Sun streicht 3000 Jobs

Das IT-Unternehmen Sun Microsystems hat für das nächste Jahr den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen angekündigt. Betroffen ist jeder zehnte Mitarbeiter des Unternehmens, dessen Übernahme durch Oracle zurzeit noch von den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission überprüft wird. Von den Entlassungen seien alle Regionen betroffen, auch die Niederlassungen in Europa.

San Francisco - Der US-Computerhersteller Sun Microsystems streicht 3000 Stellen. Damit fallen weltweit etwa 9 Prozent der zuletzt nach Sun-Angaben knapp 33.000 Arbeitsplätze weg. Welche Standorte in Europa betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt. Die Kürzungen sollen aber im Lauf der nächsten zwölf Monate erfolgen, wie Sun Microsystems am Dienstag nach US-Börsenschluss bekanntgab.

Der viertgrößte Server-Hersteller hatte in seinem Ende Juni beendeten Geschäftsjahr einen Verlust von 2,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. In den vergangenen drei Jahren hat Sun bereits 7600 Arbeitsplätze abgebaut.

Die hohen Verluste hatten Sun zur Suche nach einem Käufer bewogen. Im April schlug überraschend Oracle, größter Konkurrent des deutschen SAP-Konzerns, für 7,4 Milliarden Dollar samt Schulden zu. Zuvor war eine Übernahme durch den IT-Giganten IBM unter anderem am Streit um den Preis gescheitert.

Die US-Behörden haben dem Deal bereits zugestimmt. In Europa wird geprüft, ob dadurch der Wettbewerb bei Datenbank-Software eingeschränkt wird. Oracle hat eine führende Position bei kommerziellen Datenbanken, Sun gehört die Open-Source-Technik MySQL, deren Zukunft bei einer Übernahme bislang ungeklärt scheint. Brüssel hat bis zum 19. Januar Zeit, die Übernahme zu genehmigen oder zu blockieren.

Für den Jobabbau rechnet Sun über die nächsten Quartalen hinweg mit Einmalkosten zwischen 75 und 125 Millionen US-Dollar (bis zu 84 Millionen Euro). Wie viele Stellen unter anderem in Europa wegfallen, gab der Konzern zunächst nicht bekannt.

Sun ist auf Server etwa für Firmennetze und den Internetdatenverkehr sowie auf Softwareentwicklung spezialisiert. Der Konzern bekam die Wirtschaftskrise stark zu spüren, auch weil viele seiner Kunden aus der Finanzbranche kommen.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa-afx