Start der Buchmesse Merkel ruft zum Dialog mit China auf

Die weltgrößte Bücherschau startet in Frankfurt am Main, und die Macher der Messe sind optimistisch: Der befürchtete Ausstellerschwund hält sich in Grenzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Besucher der Messe in ihrer Eröffnungsrede zum offenen Dialog mit dem Messegastland China aufgerufen - "neugierig und vorurteilsfrei".

Frankfurt am Main - Zum 61. Mal wird morgen die größte Bücherschau der Welt ihre Türen öffnen. Am Abend zuvor hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Büchermesse eröffnet - und die Besucher der Frankfurter Buchmesse aufgefordert, dem Gastland China mit Neugier zu begegnen. "Es kann - und ich bin mir sicher - es wird keine Tabus in der Diskussion geben", sagte Merkel beim Festakt zur Eröffnung, an dem neben chinesischen Schriftstellern auch Chinas Vizepräsident Xi Jinping teilnahm.

Mehrere hundert der insgesamt 2500 Veranstaltungen auf der Buchmesse werden sich in den nächsten Tagen mit dem Thema China befassen. Neben der Präsidentin des Chinesischen Schriftstellerverbands, Tie Ning, und den von der offiziellen chinesischen Delegation eingeladenen Autoren kommen auch viele Regimekritiker und Exilschriftsteller nach Frankfurt am Main.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos betonte, man verurteile Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Meinungsfreiheit in China. "Aber das Ausblenden unangenehmer Themen hat noch keinen Veränderungsprozess beschleunigt. Offenheit hingegen schon", sagte er.

Die Buchmesse selbst hat nur geringe Einbußen zu verzeichnen. 2 Prozent weniger Ausstellungsfläche als im Vorjahr sei verkauft worden, sagte Boos. Englischsprachige Verlage hätten im Schnitt kleinere Messeständer gebucht, aus Osteuropa seien weniger Aussteller gekommen. Insgesamt stellen dieses Jahr 7314 Aussteller aus 100 Ländern in Frankfurt ihre Produkte vor. Am Nachmittag sollte die Buchmesse offiziell eröffnet werden.

Debattiert wird auf der Buchmesse auch über die Digitalisierung vieler Bücher und damit verbundene Fragen wie Kopierschutz oder Urheberrecht. Zudem soll die neueste Generation der so genannten E-Books vorgestellt werden. Umrahmt wird die Buchmesse zudem von zwei Preisverleihungen: Am Montagabend wurde der Deutsche Buchpreis vergeben, den in diesem Jahr Kathrin Schmidt für ihren Roman "Du stirbst nicht" erhielt. Am Sonntag erhält der italienische Autor Claudio Magris in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Die Messe ist von Mittwoch bis Freitag ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. Am Samstag und Sonntag hat dann das allgemeine Publikum Zutritt. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit knapp 300.000 Besuchern.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

In Bildern: Buchmesse Frankfurt vor dem Start

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