Urheberrechte Merkel greift Google an

Die Kanzlerin hat gesprochen: In ihrem Videopodcast hat Angela Merkel Googles Umgang mit Urheberrechten kritisiert. Damit greift die Bundeskanzlerin pünktlich zur Frankfurter Buchmesse ein Thema auf, das die Branche seit Monaten umtreibt.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Onlinekonzern Google  kritisiert und sich für einen besseren Schutz des Urheberrechts auch im Internet ausgesprochen. "Für die Bundesregierung ist klar: Das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden", sagte die Politikerin in ihrem am Samstag wöchentlichen Videopodcast. "Deshalb lehnen wir es ab, dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird", fügte die Kanzlerin hinzu.

Der Internetriese Google will seinen Bestand an online verfügbaren Büchern von derzeit bereits zehn Millionen Exemplaren weltweit ausweiten und liegt darüber in heftigen Streitigkeiten unter anderem mit US-Autoren, die um ihre Urheberrechte fürchten. Auch die Regierung in Washington hatte Einwände geltend gemacht.

Merkel kündigte an, deutsche Autoren bei der Durchsetzung ihrer Urheberrechte zu unterstützen. Die Bundesregierung werde viel Wert darauf legen, ihre urheberrechtlichen Positionen deutlich zu machen, sagte Merkel. "Wir müssen international darüber diskutieren, wie wir geistiges Eigentum schützen können und trotzdem die neuen technischen Möglichkeiten nutzen", sagte Merkel in ihrem Podcast zur Frankfurter Buchmesse. Merkel wird die weltgrößte Bücherschau am Dienstag eröffnen.

In den USA ist in den vergangenen Tagen Bewegung in die Debatte um Googles umstrittenen Pläne gekommen. Laut übereinstimmenden US-Medienberichten sollen der Internetriese und die amerikanische Buchbranche zum 9. November eine überarbeitete Version ihrer Vereinbarung präsentieren, entschied der New Yorker Richter Denny Chin am vergangenen Mittwoch.

Google und die amerikanischen Verleger- und der Autorenvereinigungen sind gerade dabei, ihre Einigung nach heftiger Kritik zu überarbeiten. Das bisherige Abkommen zwischen den beiden Parteien von Oktober 2008 sah vor, dass Google gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht erhält, Millionen Bücher von Universitäten und Büchereien einzuscannen und ins Netz zu stellen. Die Einigung umfasst auch urheberrechtlich geschützte Bücher - vor allem daran entzündete sich der Streit.

Gegen den Deal lief unter anderem die Buchbranche in Deutschland und Frankreich Sturm - mit Unterstützung der beiden Regierungen. Auch mehrere Google-Wettbewerber wie etwa Amazon und das US- Justizministerium meldeten Einwände gegen die Vereinbarung an. Da die Vereinbarung nach einer Klage der US-Buchbranche zustande kam, muss sie noch von einem Gericht abgesegnet werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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