Dienstag, 28. Januar 2020

Ballmer in München "Die aufregendste Veranstaltung, auf der ich Windows 7 präsentiere"

Steve Ballmer auf Werbetour: Der Microsoft-Chef gab sich in München die Ehre, um Unternehmen die Vorzüge von Windows 7 nahezubringen. BMW-CIO Karl Erich Probst berichtete über seine Erfahrungen mit dem Betriebssystem - und fand viele warme Worte für Ballmer und sein neues Baby.

München - "Dies ist wohl die aufregendste Veranstaltung, auf der ich Windows 7 präsentiere", begrüßte Steve Ballmer die Pressevertreter anlässlich der Vorstellung des neuen Betriebssystems überschwänglich. Mit gewohnt lauter, fast heiserer Stimme und ausladenden Gesten versuchte der Microsoft-Chef, Unternehmen das neue Programm schmackhaft zu machen.

"Wir müssen in Innovationen investieren, um der Wirtschaft und den Unternehmen zu helfen, wieder voranzukommen", betonte er. In der gegenwärtigen Krise sei die Einsparung von Kosten die wichtigste Antriebskraft für Unternehmen. Windows 7 leiste einen Beitrag dazu, indem die Bedienung ebenso wie die Wartung des PCs vereinfacht werde.

Nach einer kurzen Einführung mutierte Ballmer vom Präsentator zum Interviewer: Karl Erich Probst, der IT-Leiter von BMW Börsen-Chart zeigen, beantwortete Ballmers Fragen, wie sich das neue Programm in der Praxis bewährt. Der Autokonzern, auf dessen Gelände die Windows-7-Vorstellung stattfand, ist neben der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen, einer der ersten deutschen Konzerne, die das Betriebssystem einsetzen wollen und es bereits testen konnten.

Lob für Microsoft-Chef Ballmer: "Ihr stellt nicht nur Produkte her, Ihr versucht wirklich zu verstehen, was die Kunden brauchen"
Der Werbeveranstaltung entsprechend fanden Ballmer und Probst viele warme Worte füreinander. Das System fahre sehr schnell hoch, so der BMW-Manager, es sei einfacher zu bedienen und an der Zusammenarbeit mit Microsoft Börsen-Chart zeigen gebe es erst recht nichts auszusetzen: "Ihr stellt nicht nur Produkte her, Ihr versucht wirklich zu verstehen, was die Kunden brauchen", versicherte Probst. Trotz Gelächter und kumpelhaftem Schulterklopfer seitens Ballmer wirkten seine Worte eher auswendig gelernt als wirklich überzeugend.

Von diesem Nebeneffekt abgesehen, die der Wirkung amerikanischer Werbung auf das deutsche Publikum geschuldet ist, bleibt die Aufmerksamkeit für das neue Betriebssystem ungebrochen. "Seit Windows 95 haben wir keine solche Aufregung um ein Betriebssystem gesehen", so Microsoft-Sprecher Thomas Mickeleit bei der Anmoderation.

Microsoft setzt große Hoffnungen in das Programm: Der Konzern erwartet, dass in den nächsten drei Jahren 59 Prozent aller Arbeitsplatzrechner mit Windows 7 ausgestattet werden. Den im Januar 2007 eingeführten Vorgänger Vista gibt es nach einer Umfrage der Fachzeitschrift "Computerwoche" bislang nur bei 21 Prozent der Unternehmen. Es gebe Hinweise, dass die Kunden jetzt schnell auf Windows 7 umsteigen würden, sagte Ballmer. Microsoft werde aber auch das schon 2001 eingeführte Windows XP mit seiner installierten Basis von mehreren Hundert Millionen Rechnern weiter unterstützen.

Windows 7
Das neue Betriebssystem Windows 7 von Microsoft ist ab 22. Oktober im Handel. Es löst das vorherige Betriebssystem Vista ab. Verschiedene Tests weisen auf folgende Neuerungen hin: Schnellere Bedienbarkeit dank einer besseren Aufgabenleiste als bei Vista. Besserer Überblick, da Daten, die an unterschiedlichen Orten gespeichert werden, in Bibliotheken zusammengefasst werden. Auch für Notebooks ist das neue Betriebssystem besser geeignet, da es nicht mehr so viel Speicherplatz braucht, wie der Vorläufer. In Richtung Touchbook geht das Programm ebenfalls. Windows 7 lässt sich auch per Finger steuern - sofern der Bildschirm das zulässt.
Die Hoffnungen der Computerindustrie auf einen Nachfrageschub nach Rechnern durch Windows 7 dämpfte Ballmer allerdings. "Es wird wohl einen leichten Anstieg bei der PC-Nachfrage geben, aber der wird sicherlich nicht riesig sein", sagte er. Die Firmen würden ihre IT-Budgets, die zumeist Ende des vergangenen Jahres - am Höhepunkt der Finanzkrise - festgelegt wurden, für 2009 wohl nicht mehr aufstocken. Im Privatkundenbereich, wo Microsoft neue Betriebssysteme in der Regel mit neuen Rechnern verkauft, sehe das anders aus.

Nach Ballmers Einschätzung wird sich die gesamte IT-Industrie in den kommenden Jahren nur langsam erholen: "Die Branche wird zum Wachstum zurückkehren, aber sie wird nicht sprunghaft das Niveau von vor der Krise erreichen."

mit Material von ap und reuters

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