Donnerstag, 17. Oktober 2019

Auktionshaus Ebay streicht 400 von 1000 Stellen

Für fast die Hälfte der Ebay-Mitarbeiter in Deutschland ist bald Schluss. Das Internetauktionshaus will 400 seiner 1000 Stellen streichen. Anders sei das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig. In einer Notlage sei die Firma jedoch nicht. Ein Teil der Jobs wird nach Irland verlagert.

Deutsche Ebay-Zentrale: Fast jeder zweite Mitarbeiter muss gehen
Hamburg/Berlin - Das Internetauktionshaus Ebay Börsen-Chart zeigen streicht an seinem einzigen deutschen Standort in Dreilinden bei Berlin 400 der 1000 Stellen. Die Kundenbetreuung werde künftig in einem europäischen "Kompetenzzentrum" in der irischen Hauptstadt Dublin gebündelt, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit.

In Dreilinden sollen nur noch Nutzer aus Deutschland beraten werden. Dieser Schritt sei notwendig, um in einem schwieriger werdenden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. In Dublin würden zudem 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, auf die sich auch Mitarbeiter aus Deutschland bewerben könnten.

Ebay arbeitet in der irischen Hauptstadt bereits mit 1200 Mitarbeitern, die die Anfragen aus Europa betreuen. Daneben wurden in Deutschland auch Kundenanfragen aus Spanien, Frankreich, Italien und Polen bearbeitet, sagte ein Pressesprecher gegenüber manager-magazin.de. Nun soll dieser Bereich gebündelt werden. Für Deutschland bliebe aber das Kompetenzzentrum in Dreilinden zuständig. Weniger schwierige Fragen wie beispielsweise "Wie kaufe ich bei Ebay ein?" könnten künftig auch von externen Dienstleister beantworten werden.

Betriebsbedingte Kündigungen

Sobald die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan abgeschlossen seien, würden betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, hieß es seitens Ebay. Der Prozess soll bis Mitte 2010 abgeschlossen sein.

Unterdessen hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) den von der Kündigung bedrohten Beschäftigten bei Ebay Hilfe angeboten. Wie sein Sprecher Alexander Gallrein sagte, gebe es im Ministerium bereits eine Arbeitsgruppe für Unternehmen in Krisensituationen. "Wir wollen auch in diesem Fall beratend und unterstützend tätig sein", sagte Gallrein.

Das Ministerium bedaure die Entscheidung von Ebay, Arbeitsplätze in Dreilinden abzubauen. "Wir haben jedoch Verständnis für diese unternehmerische Entscheidung", sagte Gallrein. Wichtig sei die klare Aussage des Unternehmens, den Standort mit 600 Arbeitskräften erhalten zu wollen.

Deutschland ist der zweitgrößte Markt für Ebay weltweit. Das Aktionshaus leidet derzeit unter der Wirtschaftskrise, muss sich aber auch zunehmend gegen Konkurrenten wie Amazon Börsen-Chart zeigenbehaupten. Erst Anfang September wurde bekannt, dass Ebay die deutsche Kleinanzeigenmarkt Kijiji in die Ebay-Seite integriert und den Markennamen weitgehend gelöscht hat. Auch von dem internetbasierten Telefonieanbieter Skype trennte sich der Onlineversteigerer kürzlich.

Für das zweiten Quartal wies Ebay zuletzt einen Überschuss von 327 Millionen Dollar aus, was einem Minus von fast 30 Prozent entspricht. Der Umsatz gab um 4 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Dollar nach.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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