Infineon Kurzarbeit ausgesetzt

Die Chipindustrie verspürt wieder Aufwind. Weil die Nachfrage steigt, beendet der bayerische Halbleiterkonzern Infineon vorerst die Kurzarbeit an allen seinen Fertigungsstandorten in Deutschland und Österreich sowie in der Unternehmenszentrale.

München - Ab Oktober werde die Kurzarbeit wegen der wieder besseren Auftragslage ausgesetzt, sagte eine Unternehmenssprecherin. Viele der Infineon-Kunden, die ihre Mitarbeiter selbst in Kurzarbeit geschickt und Entwicklungsprojekte verzögert hätten, holten nun die Bestellungen langsam nach. An der Börse machte sich die Nachricht kaum bemerkbar. Die Infineon-Aktie  zeigte sich gegen Mittag im leichten Plus.

Im Dresdener Hauptwerk wird bereits seit längerem wieder regulär gearbeitet, seit die Nachfrage nach Chips wieder anzieht. Zeitweise hatte fast die gesamte Belegschaft in Deutschland eine reduzierte Arbeitswoche hinnehmen müssen. Eine Rückkehr zur Kurzarbeit ist allerdings nicht ausgeschlossen. Sie könne je nach Auftragslage auch wieder eingeführt werden, sagte die Sprecherin.

Noch vor einem halben Jahr kämpfte Infineon ums Überleben. Allein der Verlust für das zweite Geschäftsquartal betrug 258 Millionen Euro. Angesichts der düsteren Aussichten wurde auch erwogen, Staatsgelder zu beantragen. Die Tochter Qimonda meldete derweil Insolvenz an. Inzwischen hat Infineon angesichts eines Wende geschafft. Dazubeigetragen haben ein rigides Sparprogramm und der Verkauf von Unternehmensbereichen. Vor wenigen Tagen kehrte der Chiphersteller sogar wieder zurück in den Dax, wo der die Real Hyp ersetzt. Für sein drittes Quartal wies Infineon einen Fehlbetrag von 23 Millionen Euro aus, der Umsatz lag bei 845 Millionen Euro. Für das vierte Geschäftsquartal (Ende September) rechnet Chef Peter Bauer mit einem steigenden Umsatz.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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