Neue Net- und Notebooks Vom Billiglaptop zum Edelspielzeug

Sie haben Gehäuse aus Aluminiumblöcken, eingebaute UMTS-Modems oder berührungsempfindliche Bildschirme: Die neuen Laptops sind fraglos schick - werden aber auch teurer. Dabei steht die übernächste Generation schon vor der Tür. Die wichtigsten Modelle für den Herbst.

Hamburg - Vom Billiglaptop zum Edelspielzeug, so in etwa kann man die Evolution der Netbooks kurz zusammenfassen. Waren die ersten Modelle noch von Versuchen geprägt, den Preis durch Verwendung billiger Materialien, kleiner Bildschirme und mickriger Speicherausstattung zu drücken, haben sich die einst günstigen Leichtbau-Laptops mittlerweile zu Lifestyleobjekten gewandelt. Die Bildschirme werden größer, der Speicher wächst, das Design wird immer aufwendiger - und teurer.

Das wohl beste Beispiel für diesen Trend liefert ausgerechnet Handyhersteller Nokia. Dessen Booklet 3G vereint Netbook-Technik und UMTS-Fähigkeiten in einem Aluminiumgehäuse, das stark an Apples MacBooks erinnert. Und das hat seinen Preis: Rund 700 Euro wird man anlegen müssen, wenn es irgendwann im Herbst in die Läden kommt.

Auf ganz ähnlichen Pfaden wie Nokia  wandelt auch Hewlett-Packard (HP)  mit seinen neuen Note- und Netbooks. Die neue Envy-Serie etwa basiert ebenfalls auf einem Gehäuse, das komplett aus einem Block Aluminium herausgearbeitet wird, dadurch sehr stabil sein soll - und außerdem gut aussieht.

Ebenfalls nicht hässlich ragen Geräte wie Samsungs N510 oder das Compaq Mini 311 vor allem aufgrund ihrer technischen Ausstattung aus dem Netbook-Allerlei heraus. Sie geben einen Trend vor, dem sicherlich viele Hersteller folgen werden. Anstelle meist von Intel  gelieferter Chipsätze verwenden sie Nvidias neue Ion-Chips. Die liefern ausreichend Leistung, um auch HD-Videos problemlos darzustellen oder aktuelle PC-Games zu spielen. Passend dazu wachsen die Bildschirme bis auf 11,6 Zoll. Zum Vergleich: Das Ur-Netbook, der Asus EeePC 4G, begnügte sich noch mit sieben Zoll.

Schluss mit dem Chip-Einerlei

Und auch aus anderer Richtung weht den scheinbar etablierten Netbook-Standards Wind entgegen. So hat Acer  mit dem Ferrari One Anfang September ein Netbook vorgestellt, das komplett mit AMD-Technik ausgestattet ist. Die Firma Via aus Taiwan hingegen will ihre eigenen Chips Netbook-Kunden schmackhaft machen, offeriert mit dem Via NetNote eine Netbook-Plattform, die auf dem stromsparenden Prozessoren Via C7-M ULV und Via Nano basiert.

An der Prozessorfront wird sich dieser Tage ohnehin einiges tun. Am Dienstag beginnt in San Francisco die alljährliche Entwicklerkonferenz des Chipherstellers Intel, das Intel Developer Forum. Dort, davon kann man ausgehen, wird Intel haufenweise neue Mobilchips vorstellen. Darunter die mit dem Codenamen Pine Trail betitelten Nachfolger der aktuellen Atom-Chips, die in fast allen Netbooks stecken.

Wenn die, vermutlich Anfang 2010, auf den Markt kommen, werden sie wohl vor allem die Leistung der Kleinst-Notebooks verbessern. Außerdem wird ihr Platzbedarf verringert, da Intel Grafikchip und Prozessor in einem Chip zusammenfügt. Dasselbe Prinzip verfolgt Intel auch bei den Arrandale-Chips, die für "normale" Notebooks gedacht sind. Als Doppelkern-Prozessoren mit vier Megabyte schnellen Zwischenspeichern ausgestattet, könnten sie so manchen aktuellen Highspeed-Laptop abhängen - außer beim Preis.