Freenet Permira zieht sich zurück

Der Finanzinvestor Permira trennt sich von dem größten Teil seines Anteils an Freenet. Erst vor wenigen Wochen hatte auch Miteigner United Internet seinen Anteil an dem Mobilfunkunternehmen reduziert.

Hannover - Der Finanzinvestor Permira trennt sich vom größten Teil seines Anteils am Mobifunkunternehmen Freenet . Der Anteil der Permira-Tochter Telco an Freenet werde auf 10,1 Prozent von 24,99 Prozent sinken, teilte der Investor am Mittwoch mit. Die Bank Goldman Sachs  platziere 19,1 Millionen Freenet-Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren. Permira nimmt damit knapp 180 Millionen Euro ein.

Permira war vergangenes Jahr bei Freenet eingestiegen, als der damalige Freenet-Chef Eckhard Spoerr den Konkurrenten Debitel kaufte. Spoerr verhinderte mit dem Kauf der Firma die Zerschlagung von Freenet und deren Aufteilung unter den beiden Hauptaktionären Drillisch  und United Internet . Auch United Internet hatte vor kurzem Aktien an Freenet verkauft. Händler vermuteten zu der Zeit, dass der Internetdienstleister Geld für den Kauf von Strato, einer 100-prozentigen Tochter von Freenet bräuchte. Mitgesellschafter Drillisch hatte Anfang September sein Engagement noch einmal bestätigt. Freenet sei eine strategische Beteiligung, die nicht zur Disposition stehe, hieß es.

"Bereits vor mehr als einem Jahr haben wir in der Öffentlichkeit gesagt, dass die Permira Fonds ihren Anteil mittelfristig reduzieren werden", sagte Permira-Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser. Auch ein Analyst meinte gegenüber manager magazin online, Permira habe nie etwas zur Strategie von Freenet gesagt, deshalb sei es nicht verwunderlich, dass sich eine Investitionsgesellschaft zurückziehe. An einen neuen (noch unbekannten) Großinvestor glaube der Analyst aber nicht.

Die Beteiligungsfirma hat einige potenziell kostspielige Sorgenkinder im Portfolio wie die hoch verschuldete Senderkette ProSiebenSat.1. Experten zufolge steht sie daher unter dem Druck ihrer Geldgeber, rasch Mittel auszuschütten. Permira verdiente Finanzkreisen zufolge unter dem Strich Geld mit seinem Freenet-Investment. Die Freenet-Aktie verlor am Mittwoch zeitweise 9,06 Prozent auf 9,44 Euro. Ende vergangenen Jahres war das Papier unter vier Euro wert.

manager-magazin.de mit Agenturen

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