Telefonmarkt KPN will Mobilfunklizenzen ersteigern

Die niederländische Telefongesellschaft KPN will in den kommenden Monaten für weitere Mobilfunklizenzen in Deutschland bieten. Das hiesige Tochterunternehmen E-Plus werde somit durch Milliardeninvestitionen aufgepäppelt - sofern E-Plus bei der Auktion zum Zuge komme. Und das liege nicht nur an KPN.

Düsseldorf - Hollands KPN  versucht seine deutsche Mobilfunktochter E-Plus mit Milliardeninvestitionen anzutreiben. "Unser Konzern hat schon viele Milliarden Euro investiert, um E-Plus zu kaufen und das Netz auszubauen. Diese Investitionen werden wir jetzt verteidigen", sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der Chef des Telekommunikationsunternehmens kündigte damit indirekt auch an, in den kommenden Wochen um weitere Mobilfunklizenzen mitsteigern zu lassen. Die zuständige deutsche Bundesnetzagentur bereitet derzeit eine entsprechende Auktion vor.

"Wir brauchen Zugang zum Spektrum, um unser Datengeschäft zu erweitern. Wir wollen das in großem Maßstab tun, und wir sind bereit, viele weitere Milliarden in ein noch besseres Netz zu investieren", sagte Scheepbouwer. Sollte E-Plus bei der Auktion nicht zum Zuge kommen, könne man mit dem kleinsten Anbieter O2 - einer Tochter der spanischen Telefonica - über eine Netzkooperation diskutieren, sagte Scheepbouwer der Zeitung. "Aber wir wollen uns nicht dem guten Willen eines Konkurrenten ausliefern", sagte Scheepbouwer.

Ebenso wie die Konkurrenten T-Mobile (Deutschen Telekom ) , Vodafone  und O2 (Telefonica ) hofft E-Plus auf wachsende Umsätze durch die Nutzung des mobilen Internets. Die Frequenzen, die im kommenden Frühjahr unter den Hammer kommen, sind für Datenübertragung besonders gut geeignet und deswegen hart umkämpft. "Die Kunden wollen Smartphones und mobiles Internet. Diese Dienste wollen wir anbieten, und dafür müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen", sagte Scheepbouwer.

Der Bundesnetzagentur warf der KPN-Chef vor, von vorneherein T-Mobile und Vodafone zu begünstigen. "Wir befürchten, dass es die Macht der Deutschen Telekom der Bundesnetzagentur sehr schwer macht, die Auktionsregeln zu ändern", kritisierte Scheepbouwer.

Im Gesamtjahr erwarte er für KPN ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 5,15 und 5,25 Milliarden Euro, sagte der Konzernchef und nannte damit erstmals Zahlen. Bisher hatte KPN lediglich einen "bedeutenden Schritt" auf dem Weg zu seinem Ebitda-Ziel von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2010 in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr waren es rund fünf Milliarden Euro.

Der Marktanteil von E-Plus solle in den kommenden drei Jahren von bisher 16 auf dann 20 Prozent steigen. Die KPN-Tochter E-Plus ist der drittgrößte deutsche Mobilfunkbetreiber nach T-Mobile und Vodafone.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.